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Attacke am Wochenende : Mann wollte Prostituierte ersticken

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

37-Jähriger in Wittenberge festgenommen und ins Gefängnis gebracht

von
erstellt am 09.Jan.2017 | 19:00 Uhr

Ohne festen Wohnsitz und damit Fluchtgefahr sowie Wiederholungsgefahr – das waren für den diensthabenden Richter am Amtsgericht Neuruppin am Sonnabend wichtige Haftgründe. Er erließ einen Haftbefehl gegen einen bereits 2008 verurteilten Sexualstraftäter, der am Wochenende in eine Justizvollzugsanstalt überstellt wurde, wie Dörte Röhrs, Pressesprecherin der Polizeidirektion Nord, gestern mitteilte.

Was war passiert?

Am vergangenen Freitagnachmittag suchte der 37-Jährige, ein der Polizei durch seine Verurteilung hinlänglich bekannter Mann, eine 41-jährige Prostituierte im Wittenberger Stadtgebiet in ihrer Wohnung auf. Der Mann ging in ihr Schlafzimmer, und als die Frau dazukam, griff er sie an. Dabei versuchte er offenbar, sie zu ersticken, wie die Polizeisprecherin weiter mitteilte. Der Frau gelang es, sich mit einem im Amtsdeutsch sogenannten Tierabwehrspray – allgemein kann das Reizgas oder Pfefferspray sein – zur Wehr zu setzen und sprühte dies dem Mann ins Gesicht. Daraufhin ließ er von ihr ab und verließ die Wohnung. Bis zum Eintreffen der Polizei wurde der Täter von anderen Hausbewohnern im Flur festgehalten, schilderte Röhrs den Tathergang. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin sieht die Tat als versuchtes Tötungsdelikt. „Die Mordkommission führt noch bis zur Hauptverhandlung die Ermittlungen. Die muss innerhalb von sechs Monaten erfolgen“, erklärte die Polizeisprecherin.

Der 37-Jährige wurde am Freitagnachmittag vorläufig festgenommen und auf Grund seines psychischen Zustandes und der Äußerung von Suizidabsichten erst ins Perleberger Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft stellte dann am Sonnabend beim Amtsgericht Neuruppin Haftantrag gegen den 37-Jährigen, der umgesetzt wurde.

Der aus der Prignitz stammende Mann hatte bereits 2008 ein Sexualdelikt in Wittenberge begangen, wurde rechtskräftig verurteilt. Damals verbüßte er seine Haft in einer Unterbringung für psychisch Kranke, wie Dr. Andreas Pelzer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin, auf Prignitzer-Nachfrage mitteilte. Er fügte an: „Wir stehen am Anfang der Ermittlungen, wir müssen noch Erkenntnisse über ihn einholen.“ Dazu gehört auch festzustellen, wo er vor seinem Aufenthalt in Wittenberge war. „Uns ist bekannt, dass sich der Mann zuletzt für mehrere Wochen in Wittenberge aufhielt, aber keinen festen Wohnsitz hat“, erklärte Dörte Röhrs.

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