Mann überfällt eine 16-Jährige

<strong>Auch im Waldstück am Friedensteich </strong>sichert die Polizei Spuren. Ermittler aus der Prignitz, aus Neuruppin und aus Mecklenburg sind im Einsatz.
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Auch im Waldstück am Friedensteich sichert die Polizei Spuren. Ermittler aus der Prignitz, aus Neuruppin und aus Mecklenburg sind im Einsatz.

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18. Januar 2013, 07:02 Uhr

Wittenberge | Wieder wurde eine Frau in Wittenberge überfallen. Gestern traf es eine 16-Jährige im Krahenstückenweg. Der Vorfall hat sich kurz nach 7 Uhr ereignet. Der Mann griff sie von hinten an und versuchte, sie vom Fahrrad zu ziehen, was ihm aber nicht gelang, teilt die Polizei mit. Geistesgegenwärtig habe sich die Schülerin nach unseren Recherchen tapfer gewehrt und Pfefferspray eingesetzt. Die Polizei bestätigt dies auf Nachfrage. Schließlich konnte das Mädchen dem Mann entkommen und fliehen. Das Opfer informierte die Polizei. Körperlich sei der jungen Frau nichts passiert. Es ist der vierte Überfall, seit Mitte November eine Joggerin auf dem Deich in Höhe der Gaststätte Zum Fährmann zu Boden gerissen wurde.

Rot-weiße Absperrbänder der Polizei sind im Krahenstückenweg gespannt. Es ist exakt der Bereich ausgehend von der Einfahrt zum Friedensteich bis zum Ende des Parkbereiches auf der Waldseite, dort wo die Glascontainer stehen. Polizisten warten auf Spezialisten aus Neuruppin und Mecklenburg-Vorpommern. Immer wieder sollen sie Fragen von Passanten beantworten.

Manche Autofahrer halten gar an, lassen die Scheibe herunter und wollen erfahren, was hier geschehen sei. Auskünfte gibt es nicht. Einige Fußgänger zeigen sich uneinsichtig, wollen durch den abgesperrten Bereich gehen. Dürfen sie aber nicht, um mögliche Tatortspuren nicht zu verwischen. Nur Anwohner werden durchgelassen, sie können auf dem Gehweg bis zu ihrem Haus gehen. Gegen 12 Uhr fahren mehrere Zivilwagen der Kripo vor. Die Presse wird gebeten, ihre Kennzeichen auf den Fotos unkenntlich zu machen. Aus Ludwigslust sind Fährtenhunde gekommen. Es handelt sich um speziell ausgebildete Tiere, die nach Informationen der Polizei noch besser seien, als normale Fährtenhunde. Brandenburg selbst habe solch ausgebildete Hunde nicht, sei auf Nachbarschaftshilfe angewiesen.

Die Kriminaltechniker streifen sich Handschuhe über, nehmen einen Koffer mit Ausrüstung aus dem Auto und beginnen mit der Spurensicherung. Die Hunde kommen erst später zum Einsatz. Mehrere Fuß- sowie eine Radspur wollen sie untersuchen. Die Beamten durchstreifen das Waldstück bis in die Nähe des Friedensteiches. Sie erhoffen sich Aufschlüsse darüber, von wo der Mann eventuell gekommen sei. Andere Kripokollegen gehen von Haustür zu Haustür, befragen Anwohner.

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann ist "bestürzt und empört" über diesen neuerlichen Vorfall, sagt er uns am Telefon. Vor allem die Feigheit und Unverfrorenheit des Täters löse seine Empörung aus. "Ich zolle der jungen Frau Respekt für ihre couragierte Gegenwehr", sagt Hermann. Er rufe die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.

Gestern Vormittag fand ein in dieser Woche vereinbartes Gespräch zwischen Dr. Hermann und Peter Schröder, Revierleiter Perleberg, über die jüngsten Vorfälle statt. Es wurden nicht nur vier Frauen überfallen, sondern vor einer Woche auch ein Ehepaar. Die Täter gingen äußerst brutal vor. Zu diesen Überfällen kommen noch eine ganze Reihe von Hauseinbrüchen dazu. Die Polizei habe deshalb ihre Präsenz in der Stadt verstärkt. Hermann versichert nach dem Treffen, dass die Behörden alles unternehmen, um den oder die Täter zu fassen.

Bis jetzt hat die Polizei aber keine Spuren. Auch Hinweise aus der Bevölkerung zu den drei ersten Überfällen auf Frauen seien nicht gekommen. Der jüngste Vorfall ereignete sich Freitag vor einer Woche gegen 5.50 Uhr in der Müllerstraße.

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