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Mann lässt Säugling im überhitzten Auto zurück

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erstellt am 06.Aug.2013 | 08:14 Uhr

Basdorf | Während er sich über zwei Stunden in einer Spielothek aufhielt, ließ ein 25-jähriger Mann aus dem Landkreis Barnim ein fünf Monate altes Baby im geschlossenen Pkw zurück. Die Feuerwehr befreite das schreiende Kind aus dem Opel. Eine Anwohnerin hatte die Polizei informiert. Zu dieser Zeit herrschten Außentemperaturen um die 30 Grad - im Wagen bis zu 50 Grad Celsius. Es bestand akute Lebensgefahr für den Säugling, teilte ein Polizeisprecher mit. Als die Beamten und Rettungskräfte vor Ort eintrafen, war von den Eltern immer noch nichts zu sehen. Daraufhin schritt die Feuerwehr ein und zerschlug die Seitenscheibe des Pkw, um das Baby aus dem aufgeheizten Wagen zu holen. Laut Polizei habe der Säugling keine Schäden davongetragen.

Kurz darauf erschien der 25-Jährige und gab an, das Kind für zweieinhalb Stunden im Fahrzeug gelassen zu haben. Ob es sich bei dem Mann um den Vater handelt, war unklar. Er muss mit einer Anzeige wegen Körperverletzung und Verletzung der Fürsorgepflicht rechnen. Das Kind wurde der Mutter übergeben. Christof Schulz, Chefarzt im Bernauer Klinikum, sagte: "Bei Kindern ist das Verhältnis zwischen Volumen und Oberfläche ungünstiger als bei Erwachsenen, deshalb sind die noch gefährdeter, einen Hitzschlag zu erleiden. Es kann ganz schnell zu Kreislaufversagen und zum Tod kommen." Auch für kurze Zeit dürfe man ein Kind unter keinen Umständen allein im Auto lassen. "Zwei Stunden können lebensgefährlich sein."

Erst vor wenigen Tagen war in Belgien ein sechs Monate altes Mädchen bei extremer Hitze auf dem Rücksitz eines Autos gestorben, weil der Vater auf dem Weg zur Arbeit vergaß, seine Tochter in der Krippe abzugeben. Als er nach Feierabend zurückkehrte, war das Kind tot. In Berlin verhinderte ein Passant Ähnliches. Er befreite einen weinenden Zweijährigen aus einem BMW, den der Vater zurückgelassen hatte.

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