Caritas : „Man bekommt etwas zurück“

Perleberg ohne die Caritas – für Bürgermeisterin Annett Jura (r.) nur sehr schwer vorstellbar, sagte sie am Rande des Jubiläums. Gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Bianka Bahlke schnitt sie die eigens für den Anlass gefertigte Geburtstagstorte an. Fotos: Birgit Hamann (3)
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Perleberg ohne die Caritas – für Bürgermeisterin Annett Jura (r.) nur sehr schwer vorstellbar, sagte sie am Rande des Jubiläums. Gemeinsam mit Pflegedienstleiterin Bianka Bahlke schnitt sie die eigens für den Anlass gefertigte Geburtstagstorte an. Fotos: Birgit Hamann (3)

Caritas-Sozialstation und -Hospizdienst feierten gemeinsam ihren jeweils runden Geburtstag: Seit Jahren Anlaufpunkt für Hilfsbedürftige

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15. September 2015, 12:00 Uhr

Gleich zwei runde Zahlen gaben den Anlass für ein Fest, das am Sonnabend auf dem Gelände der katholischen Kirchengemeinde St. Heinrich stattfand. Seit 25 Jahren gibt es die Caritas-Sozialstation in der Rolandstadt, seit 15 Jahren operiert von hier aus das ambulante Caritas-Hospiz.

Barbara Töller ging einst mit vier Mitarbeiterinnen an Start. Sie bauten die Sozialstation auf, die heute 27 Mitarbeiter zählt und mehr als 100 pflegebedürftige Menschen ambulant betreut, teils jeweils mehrmals am Tag. Das berichtet Bianka Bahlke. Sie ist seit 2013 Pflegedienstleiterin, schnitt gemeinsam mit Bürgermeisterin Annett Jura die Geburtstagstorte an. Zwischenzeitlich gehörte auch eine Station in Meyenburg zum Verbund – davon trennte sich die Caritas jedoch wieder und konzentriert sich seitdem auf Perleberg und Umgebung.


Hospiz-Team sucht stets Verstärkung


18 an der Hospizarbeit Interessierte gaben im Jahr 2000 den Auftakt für dieses spezielle, ambulante Betreuungsangebot, absolvierten seinerzeit fast ein Jahr lang eine Ausbildung, um Menschen mit schweren Erkrankungen begleiten zu können. Ute Gajewski, Koordinatorin des ambulanten Caritas-Hospizdienstes, arbeitete selbst von 2005 bis 2013 als ehrenamtliche Hospizbetreuerin, bevor sie dann hauptamtlich bei der Caritas einstieg. „Es ist eine ebenso traurige wie schöne Tätigkeit, man bekommt immer auch etwas zurück von den Menschen, die man begleitet“, berichtet die Meyenburgerin.

Derzeit kann sie auf ein Team von 17 Ehrenamtlern im Alter von 23 Jahren bis Mitte 70 zurückgreifen – 16 Frauen und ein Mann. Eine gute Mannschaft, wie Ute Gajewski findet, die aber stets auch Verstärkung gebrauchen kann. „Im Schnitt bilden wir alle zwei Jahre eine Gruppe von Interessierten aus, kooperieren dabei auch mit anderen Trägern der Hospizarbeit, um das Ganze effektiver zu gestalten“, erläutert Ute Gajewski.

Aus ihrer langjährigen Erfahrungen leitet sie einen Ratschlag ab, den sie gern weitergeben möchte: „Je früher man unsere Hilfe in Anspruch nimmt, umso besser. Nur dann ist es den Helfern noch möglich, bestimmte Unternehmungen für die Betroffenen zu organisieren, Wünsche zu erfüllen, gemeinsam wichtige Dinge zu erledigen“, sagt die ausgebildete Krankenschwester. Häufig melden sich Angehörige erst in der allerletzten Lebenssituation, wenn sie ganz dringend Unterstützung benötigen. Gajewski empfiehlt, die Scheu abzulegen. Ihr Ehrenamtler-Team und sie selbst sind jederzeit ansprechbar, bei Bedarf wird auch akut und sofort geholfen, es gebe sogar ein Bereitschaftstelefon, betont Ute Gajewski.  

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