Freie Wähler Perleberg : Maik Tesch will ins Stadtparlament

Mit sechs Bewerbern für die Perleberger Stadtverordnetenversammlung treten die Freien Wählen am 26. Mai an. Maik Tesch ist einer von ihnen. Er kandidiert zugleich auch für einen Platz im neuen Kreistag.
Mit sechs Bewerbern für die Perleberger Stadtverordnetenversammlung treten die Freien Wählen am 26. Mai an. Maik Tesch ist einer von ihnen. Er kandidiert zugleich auch für einen Platz im neuen Kreistag.

Maik Tesch von den Freien Wählern kandidiert für einen Sitz in der Perleberger Stadtverordnetenversammlung

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08. Mai 2019, 05:00 Uhr

Perleberg | Von Beruf ist Maik Tesch Rettungssanitäter, er ist 41 Jahre jung, hat eine Lebensgefährtin und zwei Sprösslinge, acht und 13 Jahre alt, aus erster Ehe. Er ist Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler Pro Prignitz Perleberg. Maik Tesch, der aus Anklam stammt und den es der Liebe wegen 2009 in die Prignitz zog, will sich nun hier in die Kommunalpolitik einbringen. Er kandidiert am 26. Mai für einen Sitz in der Perleberger Stadtverordnetenversammlung sowie im Kreistag und will auch im Herbst zur Landtagswahl antreten. Redakteurin Doris Ritzka sprach mit ihm über seine Beweggründe, seine politische Heimat und kommunalpolitischen Ambitionen.

Herr Tesch, warum die Freien Wähler und nicht eine der großen Parteien?
Maik Tesch: Für mich sind die großen Parteien zu eingefahren. Die Freien Wähler habe ich kennen gelernt, als es um die Initiative gegen die Kreisgebietsreform ging und sie später die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge zur Sprache brachten. Gerade Letzteres ist ein aktuelles Thema, das viele bewegt. Arbeitskollegen von mir und Bekannte gleichermaßen sind zum Teil davon betroffen. Sie sind jung, das Haus ist abzuzahlen, das Auto und … 10 000 Euro, um nur mal eine fiktive Zahl zu nennen, da auch noch für den Straßenausbau zu berappen, das macht einigen durchaus Angst. Und nicht nur den Jungen.

Bleiben wir beim Thema. Weckt das nicht zugleich aber auch Begehrlichkeiten. Alle, die angesichts der Kosten, bis dato den Straßenausbau vor ihrer Haustür abgelehnt haben, könnten ihn nun verständlicherweise wollen.
Das liegt durchaus nahe. Fakt ist aber, wir können nur das Geld ausgeben, das wir haben. Anders gesagt, alles geht nur Schritt für Schritt, aber das muss ich den Menschen erklären und dabei nicht alles auf den Sankt Nimmerleinstag schieben.

Kommunalpolitik, was ist das für Sie?
All das, was ich täglich erlebe, und das will ich halt aktiv mitgestalten. Machen statt meckern. Nur so kann man auch was erreichen.

Was wollen Sie erreichen?
Klar, es gibt ganz viel, was mir da vorschwebt. Und mir ist auch bewusst, dass sicher nicht alles machbar ist. Aber man sollte halt auch Visionen haben und zumindest versuchen, die eine oder andere Realität werden zu lassen.

Welche zum Beispiel?
Ich sage nur Spielplätze. Perleberg hat eine ganze Reihe. Jeder Ortsteil aber nicht bzw. die es dort einst gab, leiden unter Altersschwäche wie in Düpow. Das, was wir haben, erhalten und immer wieder ein Stück attraktiver für die Kids gestalten, das kann doch nicht so schwierig sein.
Oder die Kita-Gebühren. Insgesamt wäre ich für deren Abschaffung, was dann unter anderem der Part im Landtag wäre. Bis dahin sollte man aber schon darauf achten, dass sich niemand übervorteilt fühlt. Und das liegt in der Hand der Kommunen.
Eine weiteres Thema sind Treffs in den Dörfern, wie die Sükower und Groß Buchholzer seit Jahren sich darum bemühen. Für die Gemeinschaft in den Orten sind sie ganz wichtig.

Die Wirtschaft ist stets ein beliebtes Wahlkampfthema. Auch für Sie?
Natürlich, aber um da Aussagen für die Stadt bzw. den Landkreis treffen zu können, muss ich einfach mehr wissen. Ich bin jung und ich will lernen. Ich weiß aber, wie wichtig es ist, die Jugend hier zu halten. An Ausbildungsplätzen mangelt es heute nicht mehr vordergründig, vielmehr sollten wir die Berufsberatung mehr auf das ausrichten, was wir an Unternehmen, vor allem auch im Handwerk, hier zu bieten haben.

Hinsichtlich Investoren ist es natürlich super, wenn wir immer neue für unsere Region begeistern können. Damit einher geht aber, dass die Stadt schnell und flexibel reagieren und neue Gewerbegebiete schaffen muss, wenn die bestehenden voll sind. Und das ist in Perleberg wohl nicht so.
Eine große Baustelle ist zudem der Breitbandausbau. In einige Ecken kann man kaum mobil telefonieren. Ein Unding. Das festzustellen reicht mir aber nicht.

Stichwort Lebensumfeld. Wo trifft man Sie in Perleberg an, wenn sie frei haben?
Im Hagen. Da ist mir auch gleich ins Auge gefallen, dass die neuen Bänke schon beschmiert wurden. So etwas ärgert mich. Zumal die Stadt gerade dabei ist, diese grüne Oase Mitten in Perleberg attraktiver zu gestalten. Das hört für mich aber nicht mit neuen Bänken, befestigten Wegen und einem neuen Spielplatz auf. Warum nicht den Sommer über hier ab und an zu Picknick-Konzerten auf der großen Wiese einladen. Während der Schulzeit könnten hier Schüler der Kreismusikschule musizieren, in den Ferien vielleicht auch Künstler der Sommerakademie.

Vielen Dank
 

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