Mai bringt Gästeschwund

Eine Farblithographie des französischen Malers Jean Cocteau unterm roten Sowjet-Stern war zur Museumsnacht  im DDR-Museum als Leihgabe der Galerie von Hanno Reck zu sehen. Die Museen zeigten jeweils als Leihgabe ein artfremdes Exponat.
Eine Farblithographie des französischen Malers Jean Cocteau unterm roten Sowjet-Stern war zur Museumsnacht im DDR-Museum als Leihgabe der Galerie von Hanno Reck zu sehen. Die Museen zeigten jeweils als Leihgabe ein artfremdes Exponat.

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20. Mai 2011, 06:09 Uhr

Perleberg | Dass die vierte Perleberger Museumsnacht ein Reinfall war, kann man nicht sagen. Allseits lobten Gäste die schöne Atmosphäre, die Angebote der Nacht vom 13. zum 14. Mai und registrierten auch den Qualitätssprung. Aber: Die Besucherzahl sank im Vergleich zur dritten Museumsnacht um rund 50 Prozent. Das wurde gestern in der Auswertung der Veranstaltung mitgeteilt. Der Grund sei in allererster Linie im veränderten Termin zu suchen, waren sich die Vertreter der beteiligten Ausstellungshäuser einig. "Wir dachten, wir probieren es mal in einer anderen, schöneren Jahreszeit und hatten daran natürlich auch einige Hoffnungen geknüpft", sagte Martina Hennies vom Kulturamt der Stadtverwaltung. Aber: Der Risikofaktor sei - generell bei kulturellen Angeboten - nur sehr schwer zu kalkulieren.

Die ersten drei Museumsnächte fanden alljährlich am 30. Oktober, dem Vorabend des arbeitsfreien Reformationstages, statt. Das Event etablierte sich schnell, war im Veranstaltungskalender und im Bewusstsein der museums interessierten Menschen verankert. Der Mai, so die Erkenntnis, sei einfach zu voll mit Veranstaltungen - und er bietet abends natürlich auch nicht den Sternenhimmel, den man Ende Oktober mit der sehr viel früher hereinbrechenden Dunkelheit erlebt. Die Besucher vermissten dieses Markenzeichen, mit dem die Perleberger Museumsnacht von Beginn an auch optisch wirbt, und sie vermissten in dem Zusammenhang die stimmungsvolle Beleuchtung der Altstadt durch die Feuerwehr.

Unterm Strich bleibt das Resümee von Günther Seier, Leiter des Stadt- und Regionalmuseums: "Die, die dabei waren, haben sich sehr wohl gefühlt." Und das von Hanno Reck, Betreiber der Museumsgalerie: "Auch wenn Werbung Geld kostet: Sie muss verstärkt werden." Frank Brauer, Vorsitzender des Vereins der Oldtimerfreunde, machte seine Skepsis gegenüber der Terminwahl deutlich.

Das Experiment mit dem Monat Mai werde, so Martina Hennies, wohl ad acta gelegt. "Die fünfte Museumsnacht werden wir für den Herbst 2012 vorbereiten." Ob auch dann wieder alle vier Häuser teilnehmen, sei noch Gegenstand von Gesprächen. Ginge es nach Angelika Ruge, Professorin für Museumskunde an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, die Gast der vierten Museumsnacht war, würde die Veranstaltungsreihe unbedingt in ähnlicher Form, wie dieses Mal, fortgesetzt werden. Sie zeigte sich am vergangenen Freitag sehr beeindruckt von den Schätzen Perlebergs, die man unbedingt noch viel bekannter machen müsse.

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