Mahnmal mit erklärender Stele

Das VVN-Denkmal ist restauriert. Von einer vertanen Chance hinsichtlich der Inschrift spricht Hans-Peter Freimark, denn der Opfer werde damit nicht gedacht.
Das VVN-Denkmal ist restauriert. Von einer vertanen Chance hinsichtlich der Inschrift spricht Hans-Peter Freimark, denn der Opfer werde damit nicht gedacht.

Erstes Forum zu Gedenkstätten und Gedenkkultur / Konsens zu Stele am VVN-Denkmal

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12. Juni 2015, 09:08 Uhr

Denkmal – denk mal darüber nach – dieses Wortspiel, das Hans-Peter Freimark, der für die SPD am Mittwochabend teilnahm, in den Raum stellte, umreißt Anliegen und Verlauf des Forums zu Gedenkstätten der Stadt und wie man mit ihnen künftig umgehen wolle. Unterschiedliche Sichtweisen und auch Befindlichkeiten stießen – sie prallten nicht – aufeinander. Am Ende zumindest ein Konsens: Das VVN-Denkmal wird eine Stele mit Erläuterungen, sprich eine Einordnung in die Zeit, erhalten. Der Text als Entwurf liegt den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung bereits vor. Anregung des Forums: Ihn noch etwas einkürzen. Wie die Stele vom Material her aussehen soll, auch darüber muss letztlich noch entschieden werden. Die Runde in der Lotte-Lehmann-Akademie aus Vertretern der Fraktionen, der Kirche, des Bürgervereins, Historikern und Stadtplanern favorisiert eine aus Edelstahl.

Deutlich wurde aber auch in dem Gremium, die erste Inschrift, die das Denkmal damals noch auf dem Grahlplatz trug – Nie wieder, vergesst es nicht – „damit hätten alle auch heute noch leben können“, wie Pfarrer Tilmann Kuhn betonte.

Von einem Spannungsfeld zwischen erhalten, gestalten und lebendigem Gedenken spricht der Pfarrer mit Blick auf die Gedenkkultur in der Stadt. Eine Vielzahl von Gedenkstätten hat Perleberg. In den historischen Kontext gestellt, gab Dr. Wolfram Hennies einen Überblick, ohne dabei den Anspruch auf Vollzähligkeit zu erheben. Sie alle haben in ihrer Zeit einem Bedürfnis von Gedenken Rechnung getragen, unterstricht Tilmann Kuhn. Als Kinder ihrer Zeit bezeichnete Dr. Hoffmann-Axthelm Denkmale und „man muss sich fragen, was ist an ihnen noch lebendig, was müssen wir tun, damit ein Denkmal lebendig bleibt?“ Man sollte sich aber lösen von dem Gedanken, dass sich alle für ein Denkmal aussprechen. „Gedenkkultur ist keine offene Bedürfnisanstalt. Man könne nicht sagen, wir haben genug“, so Hoffmann-Axthelm.

Ein zentraler Gedenkort, an dem man der Opfer gedenkt – eine Variante. Hans-Peter Freimark: „Damit würden aber viele andere herunterfallen.“ Auch Bürgermeisterin Annett Jura erachtet einen zentralen Ort im Gedenken an die Opfer als schwierig. Sie regte an zu schauen, was es an Gedenkstätten gibt und damit zu arbeiten. Eine Möglichkeit: Jedes Jahr zu entsprechenden Anlässen bestimmter Opfer zu gedenken und so nicht zuletzt auch die Gedenkstätten aufzuwerten.

Resümee: Man wolle einen Vorschlag vorbereiten, wie und wo man künftig Gedenktage gestalten könne und diesen dann in gleicher Runde zur Diskussion stellen.

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