Maerker.de: Zum Ämtergang ins Internet

svz.de von
17. Januar 2013, 07:52 Uhr

Wittenberge | Schlaglöcher, defekte Laternen oder Anhörungen zu Ordnungswidrigkeiten - die Brandenburger nutzen beim Kontakt mit Behörden zunehmend das Internet. Ein Erfolgsprojekt ist dabei die Plattform maerker.brandenburg.de.

Derzeit nutzen laut Innenministerium 48 Kommunen in Brandenburg und sieben Berliner Stadtbezirke das Angebot. Die Anwohner von Bad Beltzig bis Zeuthen können seit 2009 mit wenigen Mausklicks wilde Mülldeponien melden oder auf Hindernisse für Rollstuhlfahrer hinweisen. Für Wittenberge liegen beispielsweise 31 Meldungen vor. Im vergangenen Jahr gab es bis Ende November 5266 Hinweise, was einem Tagesdurchschnitt von 16 entspreche, sagt der stellvertretende Pressesprecher des Innenministeriums, Wolfgang Brandt. Die Kommunen teilen binnen drei Tagen auf der Seite mit, wer zuständig ist und was eingeleitet wurde. Eine Ampel informiert über den aktuellen Status.

Vor allem um Anhörungen bei Blitzer fotos geht es, wenn Brandenburger sich auf den Seiten der Internetwache tummeln. Gut 10 000 Vorgänge gehen monatlich dort ein, so das Innenministerium. Den Löwenanteil stellten mit 88 000 Stück die Anhörungen zur Fahrerermittlung dar. Die Beweisfotos können auf dem heimischen Rechner angeschaut und die eigene Sicht auf die Dinge mitgeteilt werden - rund um die Uhr und ganz ohne Briefporto.

Zweiter Schwerpunkt sind online erstattete Strafanzeigen, die sich laut Ministerium auf knapp 20 000 im vergangenen Jahr summierten. Dabei geht es von Fahrraddiebstahl über Betrug im Internet, Sachbeschädigung oder Beleidigung bis hin zu Körperverletzung oder Hausfriedensbruch, so Wolfgang Brandt. Auch Versammlungen wurden online angemeldet, knapp 400 mal im vergangenen Jahr.

"Brandenburgs Polizei hat mit dem Angebot schon vor Jahren auf die zunehmende Nutzung des Internets reagiert", blickt Wolfgang Brandt zurück. Die Internet wache kann laut Innenministerium wie eine reale Polizeiwache genutzt werden. "Sie ersetzt aber nicht den Notruf und auch nicht den persönlichen Kontakt zu den Polizeibeamten vor Ort", betont der Sprecher. Das Internet stoße immer dann an seine Grenzen, wenn persönliche Absprachen nötig werden. Dem gegenüber zieht das Internet gerade aus der Anonymität auch Vorteile. Mitteilungen zur Wirtschaftskriminalität oder Korruption seien im Internet laut Innenministerium besser möglich, denn die Mitteilenden, die oft Zeugen der Straftaten seien, würden so vor Repressalien geschützt.

Regelmäßige Nutzer können sich einen persönlichen Bereich einrichten und haben so schnell Zugriff auf alle ihre Anfragen oder Anzeigen und den jeweiligen Bearbeitungsstand. Die gesamte Landesverwaltung setzt verstärkt auf das Internet. Fast 50 Angelegenheiten können Brandenburger bereits im Netz klären. Die Palette reicht von der Anmeldung des Feuer werksverkaufs über Online-Post für Gerichte, Bewerbungen, die Bestellung politischer Publikationen bis zum elektronischen Grundbuch und der Meldung von gefährlichen Ambrosia-Pflanzen. Auch die Kommunen dehnen ihre Internetangebote systematisch aus. Eine Übersicht darüber liegt beim Innenministerium aber nicht vor.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen