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Der Prignitzer

23. November 2017 | 03:06 Uhr

Männer streifen nachts durch Gärten

vom

svz.de von
erstellt am 02.Mär.2012 | 11:18 Uhr

Wittenberge | Trillerpfeife, Taschenlampe und Handy sind am Mann? Ja. Dann kann es ja losgehen Richtung Gartenanlage. Die heißt Nord, wurde 1979 gegründet und besteht aus 45 Parzellen, 41 davon sind verpachtet. Klaus Kollhoff ist der Vereinsvorsitzende, aber nicht nur das. Der Kleingärtner und mit ihm die Vereinsmitglieder Peter Conrad, Kurt Kaiser und Dietrich Sommer haben sich fast auf den Tag genau vor zehn Jahren entschieden, als Sicherheitspartner in ihrer Gartenanlage zu fungieren. "Das sind zehn Jahre, in denen immer zwei von uns einmal in der Woche zu den verschiedensten Zeiten durch die Anlage gehen und nach dem Rechten sehen", erklärt Kollhoff nüchtern, wie das mit der Partnerschaft funktioniert. Damit keine falschen Gedanken aufkommen, ergänzt Revierpolizist Norbert Alff, dass "unsere Sicherheitspartner aber nicht mit Sondervollmachten ausgestattet sind". "Sie haben Rechte und Pflichten wie jedermann."

Und trotzdem zeigt so eine Sicherheitsallianz Wirkung. Darin sind sich die Männer und ihr Ansprechpartner von der Polizei einig: "Seit wir regelmäßig unsere Kontrollgänge machen, haben wir weniger Einbrüche und anderen Ärger. In den letzten drei Jahren sogar nichts mehr", sagt Kollhoff. Auf die Frage, ob das nicht einfach auch Glück gewesen sein kann, verweist der Revierpolizist auf die Statistik. Sie gebe den engagierten Kleingärtnern recht.

"Wir sind froh, dass es in einer Reihe von Vereinen Sicherheitspartner gibt. Ihr Einsatz und die gute Zusammenarbeit mit der Polizei sind hervorhebenswert", bringt der Vorsitzende und Geschäftsführer des Kreisverbandes der Gartenfreunde, Jörg Swirczinski, es auf den Punkt.

Und was treibt die Männer bei Nacht und Nebel in die Gärten? Ist es auch ein bisschen Lust am Abenteuer?

Auf diese Frage des "Prignitzers" gibt es ein entschiedenes Nein. "Unsere Präsenz schreckt Leute ab, die etwas Böses wollen. Wir haben ja auch an die Eingänge geschrieben, dass hier Sicherheitspartner sind, die mit der Polizei zusammenarbeiten", so Kurt Kaiser. Und Peter Conrad fügt an: "Mit Abenteuer hat das nichts zu tun. Wir schützen unser Eigentum. Dafür binden wir die Stunden ans Bein." Gravierende Zwischenfälle hat es in "Nord" noch nicht gegeben, sagt Kollhoff. Zum Glück. In Gefahr dürfen sich die Männer auch nicht begeben, stellen sie ungebetene Gäste fest, muss sofort die Polizei angerufen werden. Deshalb haben sie auch das "Diensthandy".

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