14. Ball der Prignitzer Wirtschaft : Made in Prignitz erobert Weltmarkt

Vor dem Ballabend: Cathrin und Martin Brödder, Finanzminister Christian Görke, Ines und Lutz Lange sowieChristian Müller.
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Vor dem Ballabend: Cathrin und Martin Brödder, Finanzminister Christian Görke, Ines und Lutz Lange sowieChristian Müller.

Familienbetrieb Ojinski beliefert Großkunden und Containerschiffe. Vion ist zweitgrößter Schweineschlachtkonzern Deutschlands.

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09. März 2018, 21:00 Uhr

Sie sind ein kleiner Familienbetrieb am Rande des Storchendorfes Rühstädt. Aber was bei Ojinski produziert wird, ist weltweit begehrt. Zu den Kunden gehören Konzerne wie MAN oder Liebherr. Die Produkte verlangen Millimeterarbeit, werden durch namhafte Gesellschaften wie American Bureau of Shipping und China Classification Society wöchentlich geprüft.

In Rühstädt werden Teile für Schiffsmotoren produziert, Kleinteile für die Möbelindustrie, künstliche Hüftgelenke und Teile für Fettabsaugpumpen gehören ebenfalls zum Sortiment. „Alles auf Bestellung bis hin zu Einzelanfertigungen“, sagt Jana Ojinski. Zusammen mit ihrem Vater, Karl-Heinz, führt sie das 1977 gegründete Unternehmen.

Karl-Heinz Ojinski kam als Flüchtling in die Prignitz, absolvierte eine Ausbildung zum Dreher. Mit zwei Mitarbeitern und Azubis gründete er seinen Betrieb, stellte unter anderem Maschinen und Werkzeug für Handwerker her.

1990 folgte mit der Wende der völlige Einbruch des bisherigen Produktionsprofils. Doch er gab nicht auf und traf eine zukunftsweisende Entscheidung: Erwerb der ersten CNC-Drehmaschine.

Seitdem kennt die Entwicklung nur eine Richtung: aufwärts. 1996 Umzug nach Rühstädt, wo vier Werkhallen entstanden. Konstante Investitionen erfolgten in hochmoderne CNC-Bearbeitungszentren und 3-D-Messmaschinen. Heute sind 30 Mitarbeiter und bis zu drei Auszubildende im Unternehmen tätig, dessen Logo ein Storch ist.

Das Gegenteil von familiär ist der zweite Preisträger des Abends: Die Vion Perleberg GmbH gehört zu einem weltweit agierenden Unternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden. In Deutschland gibt es 22 Standorte.

Das 1993 erbaute Fleischzentrum in Quitzow ist mit einer Million Schlachteinheiten der größte Frischfleischvermarkter im Land Brandenburg. Schwerpunkte sind das Schlachten, Zerlegen, Verpacken und der Verkauf von Schweinefleisch, sagt Geschäftsführer Klaus Voigt.

Die Branche hat in Perleberg eine 125-jährige Tradition. 1893 begann der erste Schlachthof mit drei Angestellten. 1973 gab es 22 Angestellte und 450 Schweineschlachtungen pro Tag. Dank modernster Technik kommt Vion heute auf 4500 Tiere pro Tag – etwa alle neun Sekunden ein Tier.

Am Standort sind mehr als 500 Mitarbeiter und 17 Auszubildende beschäftigt. Qualifizierter Nachwuchs ist Klaus Voigt wichtig. Aktuell wird in fünf Berufen ausgebildet, darunter sind Groß- und Außenhandelskaufmann sowie Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Jahrelang bildete Vion auch Fleischer aus. „Aber dieses Angebot mussten wir einstellen, es gab keine Bewerber mehr“, so Voigt.

Nicht weniger wichtig ist Klaus Voigt die Regionalität. Der Einkauf der Schweine erfolgt in einem durchschnittlichen Radius von nur 130 Kilometern. „Das gewährleistet den umliegenden Schweinemastanlagen Produktionssicherheit und Verdienst, bedeutet Wertschöpfung für die Region“, erläutert der Geschäftsführer.

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