Perleberger Hundefreunde : Machos und besorgte Mütter

Für den Hund ist es ein Spiel: Oliver Czajkowski gibt zusammen mit seiner Frau Claudia Tipps, wie Hunde zu handhaben sind. Rottweiler sind für ihn keine gefährlichen Tiere, sie würden dazu gemacht. Sein Liebling Lennox (Foto) ist fünf Monate alt.
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Für den Hund ist es ein Spiel: Oliver Czajkowski gibt zusammen mit seiner Frau Claudia Tipps, wie Hunde zu handhaben sind. Rottweiler sind für ihn keine gefährlichen Tiere, sie würden dazu gemacht. Sein Liebling Lennox (Foto) ist fünf Monate alt.

Jeder Hund hat seinen Charakter, erfuhren die Besucher beim Tag der offenen Tür des Vereins für Deutsche Schäferhunde

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04. September 2017, 12:00 Uhr

Hundegebell in verschiedenen Tonlagen hallt am Sonnabend über das Übungsgelände der Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde Am Perlhof in Perleberg. Vereinsvorsitzender Oliver Czajkowski und seine Mitstreiter haben zum Tag der offenen Tür geladen. Und auch wenn sie nur den Schäferhund im Vereinsnamen tragen, willkommen ist jeder Vierbeiner. Und natürlich auch die Herrchen.

So wie Sylvia Marek, ihr Mann und Labrador-Mischling Sam. „Er ist unser erster Hund und wir kommen einmal in der Woche hierher, um mit ihm die Grundlagen wie ,Sitz’, ,Platz’ oder ,Bleib’ zu üben“, erzählt die Weisenerin. Seit acht Wochen wird Sam nun unter fachkundiger Anleitung „bearbeitet“, wie es heißt. Familie Marek lobt die Betreuung durch Oliver Czajkowski.

Hunde sind die Welt des 46-jährigen Busfahrers. Das merkt jeder, der seinen launigen Ausführungen bei den verschiedenen Präsentationen zuhört. Er ist mit Leidenschaft dabei und das muss auch so sein. „Wer sich für einen Hund entscheidet muss wissen, dass er ihn für die nächsten Jahre hat. Und er muss wissen, was das bedeutet“, sagt er im Gespräch. Einen Hund zu haben um des Prahlens willen gehe gar nicht. Das Tier bedeute, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Das hat Czajkowski selbst auch getan. Er holte einen Rottweiler aus einem Tierheim. „Das war schon sein drittes. Keiner kam mit ihm klar“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Benni, wie der siebenjährige Rottweiler heißt, war von seinem Besitzer auf Kämpfe abgerichtet worden. „Ich habe mich seiner angenommen und über Wochen mit viel Geduld gearbeitet“, so Oliver Czajkowski. Am Sonnabend präsentiert sich Benni von seiner besten Seite, macht sogar, was sein Herrchen genau zu dem Zeitpunkt von ihm will, wie Czajkowski selbst augenzwinkernd anmerkt. Er betont: „Rottweiler sind keine bösen Hunde. Das Böse ist am anderen Ende der Leine“. Deswegen sei diese Rasse, die auf der Liste der gefährlichen Rassen steht, verschrien.

Jeder Hund müsse bearbeitet werden, sagt der Fachmann. Doch auch wenn die Leute mit ihren Bellos zum Training kommen, ist nicht alles gut. „Ich habe auch schon Leute weggeschickt, weil sie nicht unseren Anweisungen folgten oder weil sie zuhause nicht weiter geübt haben. Viele machen auch unbewusst ihre Hunde scharf, weil sie sich falsch verhalten. Das können wir dann nicht auffangen.“

Wenn ein Hund beißt, ist das für ihn in der Situation der letzte Ausweg. „Vorher heißt es Vermeidung oder Flucht. Erst dann geht der Hund in den Angriff. Das ist der Selbsterhaltungstrieb.“ Und Czajkowski erklärt, dass jeder Hund seinen Charakter hat. „Es gibt, wie beim Menschen auch, echte Machos, die auf dicke Hose machen, und auch besorgte Mütter, die nur ihre Familie beschützen wollen.“ Obwohl er grundsätzlich davon abrät, Hunde zu vermenschlichen.

Tolle Familienhunde sind die beiden Samojeden Tarek und Duke von Ute und Thomas Gührs aus Weisen. Die beiden haben ein dickes, flauschiges, weißes Fell. „Sie sind sehr menschenbezogen, gutmütig und familiär“, schwärmt Ute Gührs. Tarek ist sogar als Therapiehund unterwegs, zuletzt bei der Lebenshilfe.

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