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Der Prignitzer

22. November 2017 | 08:35 Uhr

Ausbildung : Mach es zu Hause in der Prignitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auf einen Schulabgänger kommen in der Region zweieinhalb Ausbildungsplätze/Netzwerk Schule Wirtschaft macht auch in 2016 Druck

Für Schulabgänger mit einem vernünftigen Abschlusszeugnis herrschen in der Prignitz nahezu paradiesische Verhältnisse. Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) kommen in der Region auf einen Schulabgänger mittlerweile zweieinhalb freie Ausbildungsplätze. „Oft ist es so, dass sich die Betriebe um die jungen Leute drängen“, sagte Lehrer Uwe Berger von der Wittenberger Oberschule.
Berger gehörte zum Kreis von 40 Aktiven des Prignitzer Netzwerkes „Schule-Wirtschaft“, die gestern bei Austrotherm in Wittenberge zusammenkamen, um das Jahr 2015 Revue passieren zu lassen. Viel haben die Macher des Netzwerks im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt, um Schüler und Firmen aus der Region zusammenzubringen, erklärte Projektleiterin Corina Sixt-Röppnack.

„Wir als Schulen profitieren klar von der Zusammenarbeit mit den Betrieben“, erklärte Berger. So gelänge es hervorragend, Praktikumsplätze für alle Schüler je nach Interessenslage zu organisieren. Knapp die Hälfte seiner Schüler würden pro Jahrgang in der Prignitz eine Ausbildungsstätte finden. Trotzdem sei nicht alles Gold, was glänzt, gab Marion Talkowski vom Regionalcenter der IHK Potsdam mit. Viele Betriebe würden landesweit nach Fachkräften suchen. „Daher müssen wir in der Prignitz all unser Potenzial heben“, erklärte Sandra Balkow vom Regionalen Wachstumskern Prignitz und verwies auf den neuen Prignitzer Fachkräfte-Kompass. In dem 50 Seiten starken Papier wird unter anderem auf die Gruppe der Studienabbrecher oder die Generation 50 Plus hingewiesen.
Marina Maaß, Regionalbeauftragte des Bündnisses Landaktiv, lobte die enge Verzahnung von Wirtschaft und Schule in der Prignitz. Allerdings müsste die Berufsorientierung ein wenig eher einsetzen als in der siebten Klasse. „Ich würde es gut finden, wenn wir schon in der Fünften starten. Hier könnten wir die Kleinen für einen Job zu Hause in der Prignitz begeistern“, meinte Maaß. Die Noch-Chefin des Berufsbildungszentrums, Heidemarie Sappok, möchte, dass sich in der Region mehr Schülerfirmen etablieren. „Es sollten sich mehr Schulen beteiligen. Hier können wichtige Impulse für den weiteren Werdegang gesetzt werden“, erklärte sie. Demnächst will Sappok übrigens kürzer treten. Sie gibt ihre Amtsgeschäfte an Nicole Goerke ab.

Georg-Stefan Russew

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