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Erinnern an das Wilsnacker Wunderblut : Luther hat die Schnauze voll

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der berühmte Reformator hat im Theaterstück zum Pilgerfest etwas gegen den Wunderblutkult in Bad Wilsnack.

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 11:00 Uhr

„Das ist alles Beschiss. Hier wird alles brennen“, schreit Martin Luther, als er in der Wunderblutkirche steht und über das Hostienwunder schwadroniert. Wilsnacks Bürger sind natürlich entsetzt, wissen erst gar nicht, was sie sagen sollen. Wie wird es dem berühmten Reformator nach diesen deutlichen Worten wohl ergehen?

Das erfahren die Besucher des Theaterstücks „Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit“ am Sonnabend, dem 19. August, um 16 Uhr. Das Laien-Schauspiel ist fester Bestandteil und eine echte Tradition des Pilgerfestes, das um 10 Uhr mit einer Wanderung von der Plattenburg in die Kurstadt beginnt.

Regisseurin Bärbel Mann hat sich für die sechste Folge wieder eine augenzwinkernde Geschichte rund um Bad Wilsnack und seine Bewohner einfallen lassen. Passend zum Luther-Jahr spielt diesmal auch der Mönch (dargestellt von Pfarrerin Anna Trapp) eine Rolle. „Luther ist auf dem Rückweg von Rom, macht in Wilsnack Station und ist nicht begeistert von den Vorgängen hier. Er kritisiert die Wundergeschichten und kündigt den Einzug einer neuen Lehre an“, erklärt Bärbel Mann.

Noch laufen die Proben auf Hochtouren, sitzt bei den 21 Darstellern noch nicht jede Textzeile. „Aber das wird schon“, ist Bärbel Mann zuversichtlich. Neben Luther geht es auch um König Wenzel, der mit der resoluten Wirtin verheiratet ist und nun zur arbeitenden Bevölkerung gehört, was dem Monarchen natürlich missfällt. Der überraschende Besuch des Sohnes der Wirtin und seiner Frau führt schließlich zu einigen Verwerfungen. Parallel dazu droht der Pilgerstrom abzureißen. Das wollen der Kurfürst und der Bischof mit einer Geschichte über ein neues Wunderheilmittel, einer Reliquie, verhindern. Natürlich ist auch die Sündenwaage wieder in die Geschichte eingebunden.

Im Zuge der Wanderung von der Plattenburg nach Bad Wilsnack wird um 9.15 Uhr ein kostenloser Bustransfer vom Marktplatz Bad Wilsnack zum Startpunkt Plattenburg angeboten. Um 11 Uhr geht im Goethepark hinter der Wunderblutkirche das Markttreiben los: Handwerk und Kunst sowie Speis und Trank warten auf die Besucher und die eintreffenden Pilger.

Außerdem wartet das traditionelle Pilgerzeichengießen, Filzen und das Prägen des Prignitztalers mit dem Motiv der Wunderblutkirche auf die Gäste des Festes. Auch die Kirche lädt die Besucher ein: Nach einer ökumenischen Andacht findet dort eine Führung statt. Über die Sanierungsarbeiten am „Denkmal nationaler Bedeutung“ informiert die Bauleitung bei einer gesonderten abendlichen Führung.

Der Ausklang findet in diesem Jahr auch im Goethepark statt. Mitglieder verschiedener Wilsnacker Chöre bringen das Festgelände zum Klingen, und jeder ist zum Mitsingen eingeladen.  

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