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500 Jahre Reformation : Luther – das Musical in der Kirche

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Aufführung am 31. Oktober in der St. Jacobi-Kirche mit anschließendem außergewöhnlichen Glockenkonzert vor dem Gotteshaus

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 05:00 Uhr

500 Jahre Reformation – ein Jubiläum, das Besonderes verlangt. Am 31. Oktober um 14.30 Uhr wird Luther in der Perleberger St. Jacobikirche hautnah zu erleben sein – in seiner Zeit und zugleich im Heute. Dafür ausgewählt habe man das Metier Musical, konkret jenes, das aus der Feder von Heiko Bräuning stammt „und das wir für uns adoptiert haben“, so Pfarrer Olaf Glomke. Für den musikalischen Part übernahm Kantorin Dorothea Uibel die Leitung, alles andere liegt in den Händen von Isabella Scholz-Glomke.

Seit einem Jahr wird bereits fleißig geprobt, beginnt der Religionsunterricht stets mit ein oder zwei Liedern, die am 31. Oktober im großen Chor erklingen werden. Dienstags und donnerstags, wenn ab 14.30 Uhr im Rahmen der Christenlehre der Nachwuchs zu „Kirche-Kreativ“ eingeladen ist, geht es vor allem um die szenische Umsetzung. Jonas Grünberg schlüpft dann in die Rolle des Martin Luther, Hannah Höger in die der sächsischen Adeligen und Ordensschwester Katharina von Bora, die mit 26 Jahren Luther heiratet. Oskar Zell hingegen wird zu Kardinal Cajetan.

Der Inhalt im Stenogrammstil: Die vielköpfige Familie Luther sitzt am Abendbrottisch und Papa Luther kommt ins Erzählen. Mit etwas Augenzwinkern, aber auch engagiert berichtet er seinen Kindern, die Schule einfach nur blöd finden, wie das damals alles so war. Und während auf einer großen Leinwand in der Kirche die Originalschauplätze per Beamer erscheinen, wird das Leben des großen Reformators szenisch und musikalisch lebendig.

An die 60 Akteure – die Band, die sich extra für dieses Musical gefunden hat, Chor und Techniker – werden in der St. Jacobikirche zu erleben sein, darunter etwa 30 Kinder. Mit mitreißenden Melodien und Episoden aus dem Alltag des Reformators nehmen sie die Zuhörer mit auf eine Reise in die Zeit vor 500 Jahren. „Es macht einfach Spaß“, gesteht Michel (14). Er sitzt am Schlagzeug, ist faktisch eingesprungen und eine „Leihgabe“ der Kirche Bad Wilsnack, wie er lachend erzählt.

„Zwei Stunden am Stück wird geprobt, insbesondere für die Kinder eine Herausforderung. Aber sie machen voll mit“, freut sich Olaf Glomke. Für den „jungen Luther“, alias den elfjährigen Jonas, normal. Die Geschichte des Reformators habe ihn durchaus sehr interessiert, „vor allem seinen Mut finde ich gut“, sagt er. Klar, als Hauptdarsteller habe er schon eine Menge Text zu lernen, „aber dafür eben auch ein Jahr Zeit gehabt“, fügt er an. Das Einzige, was ihn etwas nerve sei, dass er nicht laufen und nicht Fußball spielen darf vor der Aufführung am 31. Oktober. „Meine Stimme versagt sonst.“ Aufgeregt sei er aber frühestens 15 Minuten bevor es losgeht.

Derweil laden Hendrikje (10) und Kim (12) das Publikum ein, Mäuschen zu spielen am Abendbrottisch der Luthers. Die beiden Mädchen führen durch das Musical, sind die Erzählerinnen. „Wir freuen uns schon, dass es nun endlich los geht, unser Musical aufgeführt wird“, gestehen die beiden und hoffen natürlich, dass ganz viele kommen, um es sich anzuschauen. „Es wird nur diese eine Aufführung geben, der finanzielle und vor allem technische Aufwand ist enorm groß“, erläutert Olaf Glomke.

Rund 3000 Euro koste allein die Technik, denn hier setze man auf Profis. „Wir können noch so gut singen und spielen, wenn die Technik nicht stimmt, dann leidet die Qualität. Das Musical soll aber ein bleibendes Erlebnis für alle werden.“ Insofern sei man überaus dankbar für die Unterstützung seitens des Kirchenkreises und von Sponsoren. Und vielleicht trägt auch die Kollekte am Ende des Musicals noch dazu bei. Denn als Dankeschön soll es für den Nachwuchs am 2. November auf die Wartburg gehen, um sich an Originalschauplätzen anzuschauen, „was wir gespielt haben“. Das kulinarische Sahnehäubchen dabei: Luther-Klöße, verrät Olaf Glomke.

Alle Besucher des Musical sind im Anschluss an die Aufführung herzlich eingeladen zum zwanglosen Plausch bei Häppchen und Getränken in der Winterkirche. Anschließend geht es musikalisch weiter. Ein etwas außergewöhnliches Konzert ist dann ab 16 Uhr auf dem Kirchplatz zu erleben. Der Rostocker Carillonneur Olaf Sandkuhl wird auf seinen 37 Konzertglocken Lutherchoräle mit Fäusten und Füßen zu Gehör bringen.  

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