Luftretter heben seltener ab

<fettakgl>Der Pilot Andreas Stahl</fettakgl> zeigt sein Nachtsichtgerät vor einem Rettungshubschrauber in einem Hangar in Senftenberg.  Das ist der einzige Stützpunkt in Deutschland mit dieser Ausrüstung. <foto>patrick pleul/ dpa</foto>
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Der Pilot Andreas Stahl zeigt sein Nachtsichtgerät vor einem Rettungshubschrauber in einem Hangar in Senftenberg. Das ist der einzige Stützpunkt in Deutschland mit dieser Ausrüstung. patrick pleul/ dpa

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22. Januar 2013, 08:01 Uhr

Senftenberg/Berlin | Die ADAC Luftrettung ist im vergangenen Jahr in Berlin und Brandenburg 6145 Einsätze geflogen. Rund zwei Drittel davon entfielen auf Brandenburg und ein Drittel auf Berlin, wie der Automobilclub gestern in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mitteilte. Dabei versorgten die Mediziner in den fliegenden "Gelben Engeln" 5540 Patienten, meist Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Unfälle.

Im Vergleich zu 2011 stiegen die Einsatzzahlen in Berlin leicht. Dort kam der am Charité-Klinikum "Benjamin Franklin" in Steglitz stationierte Rettungshubschrauber Christoph 31 mit 2175 Einsätzen auf Platz zwei der Jahresbilanz. Die Mannschaft, die im vergangenen Oktober ihr 25. Jubiläum feierte, wurde 231-mal häufiger alarmiert als 2011 und versorgte insgesamt 1618 Patienten. Auf Platz eins von 35 Standorten in Deutschland landete Christoph Europa 1 aus Aachen mit 2238 Einsätzen. Für die Notfallrettung von Patienten ist zudem ein Intensiv-Transport-Hubschrauber auf dem Dach des Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn stationiert. Er fliegt auch andere Bundesländer an.

In Brandenburg wurden die Hubschrauber Christoph 33 und Christoph 71 aus Senftenberg sowie Christoph 39 aus Perleberg (Prignitz) 3960-mal zu 3822 Patienten gerufen. Das waren 63 Einsätze weniger als 2011. Bei den Senftenberger Helikoptern würden seit einem Jahr als einzige in Deutschland Nachtsichtgeräte genutzt, hieß es. Damit könnten die Piloten auch bei Dunkelheit Rettungseinsätze fliegen. Ein vierter märkischer Rettungshubschrauber ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Nordosten Brandenburgs geplant. Er soll im Sommer 2014 in Angermünde (Uckermark) abheben.

Bundesweit stiegen die Maschinen des ADAC im vergangenen Jahr 49 243 mal in die Luft. Nach rund 47 000 Einsätzen 2011 war das ein Plus von vier Prozent. Mit den Notfallflügen des vergangenen Jahres versorgte Deutschlands größte Luftrettungsorganisation 44 940 Patienten.

Die Bundespolizeidirektion Berlin nutzt gemeinsam mit dem Land Berlin von Blumberg aus den Hubschrauber "Pirol". Er wird unter anderem für die Überwachung von Bahnanlagen eingesetzt, so bei Castor-Transporten oder bei der Suche nach Kabeldieben oder Graffiti-Sprayern. Die Brandenburger Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums zwei Hubschrauber im Einsatz, die in Blumberg (Barnim) stationiert sind. Sie werden zum Beispiel bei der Suche nach Vermissten oder zur Beobachtung von Großveranstaltungen aus der Luft eingesetzt.

Christoph 39 flog 2012 etwas weniger Einsätze

Perleberg Leicht nach unten entwickelten sich die Einsatzzahlen für den Rettungshubschrauber Christoph 39 im Vergleich der Jahre 2011 und 2012. Das gab gestern der ADAC in einer Bilanz bekannt. Während der am Kreiskrankenhaus Prignitz stationierte Helikopter 2011 insgesamt 1021 Einsätze flog, waren es im vergangenen Jahr 974. Auch die Zahl der betreuten Patienten ging leicht zurück, von 996 (2011) auf 933 (2012). Der Bundestrend weist hingegen eindeutig nach oben. Im zurückliegenden Jahr wurden mit fast 50 000 Einsätzen so viele geflogen wie noch nie. Spitzenreiter sind Christoph Europa 1 aus Aachen (2238 Einsätze) dicht gefolgt von Christoph 31 aus Berlin (2175 Einsätze). Leichte Schwankungen in den Einsatzzahlen nach oben und auch nach unten wären normal, so die Pressestelle des ADAC Berlin-Brandenburg e. V., und seien keineswegs ein Hinweis auf einen generellen Abwärtstrend.

Die Crew in Perleberg freute sich im vergangenen Jahr über weibliche Verstärkung: Melanie von Allwörden trat ihren Dienst als erste Hubschrauber-Pilotin des ADAC an.

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