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Ludolfs: "Wir haben keine Fans, dafür aber eine riesengroße Familie"

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erstellt am 14.Apr.2013 | 06:05 Uhr

Perleberg | 15 Minuten-Auftritt zur Aftershowparty, draus geworden sind 90 Minuten, und "ich wäre gern noch geblieben, wollte noch tanzen. Aber unser Fahrer war müde", plaudert Manni munter drauf los. Die Prignitzer seien einfach "voll nett, haben Humor und leben noch so etwas wie die Gemeinschaft", ergänzt Peter.

Als die Ludolfs sind sie inzwischen Deutschlands bekannteste Schrotthändler und das weltweit. Denn ob Frankreich oder Japan - sie braucht man nicht vorzustellen, sie kennt man. Doch bei all dem Rummel um sie, sind sie ganz normal geblieben - Schrotthändler mit dem Herz am rechten Fleck, die auf Hamburger Schnitzel und Erbsensuppe stehen, immer ein Dankeschön auch für die Klofrau übrig haben, möglichst jedem die Hand schütteln, den Mädchen, "ihren Prinzessinnen" gern einen Kuss aufdrücken - "das ist vor allem Uwes Metier" - und immer wieder aus dem Protokollteil ausscheren, vor allem, wenn dann so ein kleiner Hosenmatz auf zwei Beinen sie anhimmelnd anschaut. "Da kann ich nicht anders, Kinder muss ich auf den Arm nehmen. Ebenso würde ich nie einen Behinderten übersehen", sagt Manni.

Jeden Menschen zu achten, das habe ihnen ihre Mutter beigebracht. Auf sie, auf ihren Vater, auf die Tradition der Familie schwören die drei Jungs aus dem Rheinland-Pfälzischen. Übrigens, so berichten sie, ihre Vorfahren waren in Ostdeutschland zu Hause. So haben sie sich im Gedenken an ihre Oma auch als erstes einen Trabi besorgt, "so richtig mit DDR-Schild", berichtet Peter.

Sie selbst seien nun die erste Westgeneration der Ludolfs, fühlen sich aber im Osten rundherum wohl. Warum? "Die Menschen hier strahlen so etwas Warmes aus, das sie sich unbedingt auch erhalten sollen", bringt es Uwe auf den Punkt.

Ja, sie seien stolz darauf, dass man sie mag, wie sie sind. Darauf legen sie auch großen Wert, denn anders als Schrott, den man verbiegen kann, verbiegen sie sich nicht. Wo sie auftauchen, da ist Stau vorprogrammiert. Das beste Beispiel Samstagabend die Aftershowparty, wo schätzungsweise 150 Leute einfach kurzentschlossen von ihrer abendlichen Fahrtroute abbogen, um ein Autogramm zu bekommen. Und dann Sonntag, das nicht enden wollende Bad in der Menge auf dem Areal im Eichhölzer Weg. Alle wollen sie sehen, möglichst ein Autogramm ergattern. Und allen hätten sie am liebsten auch die Hand persönlich gedrückt. Nein, Fans und gute Freunde haben sie keine, "dafür aber eine riesengroße Familie", betont Peter und deutet in die Runde.

Ja, sie würden gern wieder in die Prignitz kommen, "denn hier gibt es noch so vieles, wofür jetzt einfach die Zeit zu knapp ist, weil immer einer sagt, ,kommt Jungs, wir müssen …’".

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