zur Navigation springen

Acht Räder und Tempo 135 : Löschmonster gegen Flugzeugbrände

vom

1000 PS, 43 Tonnen schwer, zwölf Meter lang, drei Meter breit: Das sind die imposanten Daten des neuen Löschfahrzeugs der Berliner Flughafenfeuerwehr. "Unser ganzer Stolz", sagt Chef-Maschinist Ralf Scholz.

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2012 | 11:49 Uhr

Schönefeld | 1000 PS, 43 Tonnen schwer, zwölf Meter lang, drei Meter breit: Das sind die imposanten Daten des neuen Löschfahrzeugs der Berliner Flughafenfeuerwehr. "Unser ganzer Stolz", sagt Chef-Maschinist Ralf Scholz. "Panther 7", eines der modernsten Löschfahrzeuge Europas, wurde anlässlich der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld am 3. Juni angeschafft. Insgesamt verfügt die Flughafenfeuerwehr über 84 Löschfahrzeuge. Als vor wenigen Wochen auf dem Rollfeld erstmals ein Notfall für den neuen Airport simuliert wurde, führte "Panther 7" die Kolonne der Löschfahrzeuge an. Drei Minuten nach Auslösen des Alarms war das Fahrzeug am Einsatzort. "Länger darf es nicht dauern, egal wo auf dem Flughafengelände es brennt", sagt Oberbrandmeister Jörg Schubert. Denn drei Minuten bräuchten auch die Flammen eines brennenden Triebwerks, um sich durch den Rumpf eines Flugzeugs zu fressen.

Auf acht Rädern und mit maximal 135 Kilometern pro Stunde kann das Löschfahrzeug zum Ort des Geschehens preschen, um dann bei Bedarf in nur zwei Minuten mit 12 000 Litern Löschwasser oder 3000 Litern Schaum die Flammen zu bekämpfen. Ein Panoramafenster der Fahrerkabine bietet ein breites Blickfeld.

Zusätzlich gibt es einen Monitor zur Navigation des Löscharms, der bis zu 20 Meter ausgefahren werden kann. Dieser sei "sehr beweglich", sagt Oberbrandmeister Schubert. Im Einsatz bei einem brennenden Flugzeug wird er per Joystick geführt. "Stinger" nennen Feuerwehrleute den Arm, der neben einem Wasserwerfer auch mit einer Löschlanze ausgerüstet ist. Diese kann sich zum Beispiel durch den Rumpf eines Flugzeugs bohren und Feuer in der Kabine löschen. Konzipiert und gebaut wurde das Löschfahrzeug von einem Spezialhersteller in Österreich. "Das ist in enger Absprache passiert", sagt Obermaschinist Scholz. "Wir haben gesagt, was das Fahrzeug haben soll und können muss, und nach diesen Vorgaben wurde es gebaut", erläutert er und fügt hinzu: "Das sind eine Menge Extras gewesen." 900 000 Euro hat die Anschaffung gekostet, "mindestens ein zweites Fahrzeug soll angeschafft werden", sagt Flughafen-Sprecher Leif Erichsen.

Dabei wünschen sich die 200 Männer der Flughafenfeuerwehr, die alle die Lizenz zum "Panther"-Fahren haben, dass es nie zum Ernstfall kommt und der Koloss nicht gebraucht wird. Wenn doch ein Flugzeug in Brand geraten sollte, durch brennendes Kerosin enorme Hitze entsteht und in kurzer Zeit viele Menschen zu retten sind, "hätten wir die aktuell modernste Technik, um schnell mit viel Löschmittel vor Ort zu sein", sagt Schubert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen