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Prignitzer Kinder Für Bücher begeistern : Literaturunterricht einmal anders

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schriftsteller Frank Kreisler gastiert mit Geistergeschichten an der Groß Pankower Juri-Gagarin-Grundschule und Breeser Waldschule.

Kinder für Bücher zu begeistern und ihnen Spaß am Lesen zu vermitteln, ist im Zeitalter des Computers und der neuen Medien eine nicht immer einfache, aber sehr wichtige Aufgabe. Begegnungen mit Buchautoren sind für Kinder oftmals ein Erlebnis, das bleibende Eindrücke hinterlässt und Anreize schafft. So hielt gestern der Leipziger Kinder- und Jugendbuchautor Frank Kreisler eine Lesung in der Sporthalle der Waldschule in Breese. „Vor den Ferien veranstalten wir einen Tag des Buches, um die Lust am Lesen bei den Schülern zu wecken“, sagte Lehrerin und Organisatorin Katharina Müller. Auf den Schulfluren präsentierten die Schüler in einer Ausstellung ihre Lieblingsbücher.

Bereits in jungen Jahren war der gebürtige Rostocker Frank Kreisler selbst ein eifriger Leser. Er interessierte sich vor allem für Krimis und Abenteuergeschichten. Vor zehn Jahren reifte der Gedanke in ihm, sich selbst ans Schreiben zu wagen.

Für die älteren Schüler der dritten bis fünften Jahrgangsstufe wählte Kreisler das Buch: „Die Mumien mit der Zankapfeluhr“. Von Spannung gefesselt lauschten die Schüler seinen Worten. Er las aber nicht nur Auszüge vor, sondern nahm die Zuhörer in die Geschichte mit hinein und forderte sie auf, den Faden der Geschichte selbst weiter zu spinnen. Die Begeisterung der Kinder und der Beifall waren groß.

Literatur in der Sporthalle scheint das Erfolgsrezept von Frank Kreisler. Jüngst war er mit seinem Bücherkoffer voll Geistergeschichten auch an der Juri-Gagarin-Grundschule in Groß Pankow zu Gast. Den Start vollzogen die Schüler der 1. und 2. Klasse mit „Der Riese und das Wolkenkraut oder „Wo das schöne Wetter herkommt“. Für die 3. und 4. Klasse hatte Kreisler „Der Mühlengeist – Ein Einbrecher aus der Wand“ mitgebracht, bevor dann die 5. und 6. Klasse die besonderen Abenteuer von Leonie und Bastian aus dem Buch „Die Mumien mit der Zankapfeluhr“ erlebten. Frank Kreisler verstand es von Beginn an die Schüler zu fesseln. Gemeinsam erschloss er mit den Jungen und Mädchen das Thema Geister und Geisterstunde an Hand eines Bildes. Die Kinder ließen ihrer Fantasie freien Lauf, wenn sie über Hexen, Teufel, Geister und Untote sprechen, die auf dem Bild zu sehen sind. Er machte sie neugierig und hatte sie gefangen, als er in die Geschichte einsteigt. Selbst die Schüler der 5. und 6. Klasse hörten gespannt zu, als er sie mit Leonie und Bastian in die Gruft der Kirche zu den Mumien führte. Als die beiden Kinder sich diese noch einmal bei einem heimlichen Ausflug betrachten wollen, werden sie ins Reich der Mumien entführt, wo sie arbeiten sollen, „denn Mumien sind ungeheuer faul“, erklärte Frank Kreisler. Bevor der Autor noch einen zweiten Teil seiner Gespenstergeschichte vorlas, wurden die Schüler wieder mit einbezogen. Jetzt galt es eine Gespenster-Party vorzubereiten. Da entstand die Discokugel aus einem Totenkopf, Girlanden und Musikinstrumente wurden aus Knochen kreiert und auf das Büfett Krötenspezi und Schneckenragout gezaubert. Dann folgten sie wieder Kreisler auf dem Weg in die Unterwelt, die sich unter der Gruft befindet und wo die Mumien leben...

Den Groß Pankower Schülern hat es gefallen, das bestätigte Marcelino, für den es „sehr spannend“ war. Im abschließenden Gespräch erfuhren die Jungen und Mädchen, dass Kreisler bisher 15 Bücher geschrieben hat. Neben Geistergeschichten für Kinder und Erwachsene schreibt er auch Krimis. Seit nunmehr zwölf Jahren ist er mit seiner Literatur in Schulen und Bibliotheken unterwegs.

In manchem Bücherregal der Groß Pankower und Breeser Schüler steht nun ein Buch mit Autogramm von Frank Kreisler als Erinnerung an diesen ungewöhnlichen Literaturunterricht.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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