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Kommunalwahl: Perleberg : Linke bleibt die stärkste Fraktion

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jetziger Stadtverordnetenvorsitzender Schulz schaffte es nicht / Neu im Parlament: Bauernverband und Grüne/Bü 90

von
erstellt am 26.Mai.2014 | 09:49 Uhr

Perleberg ist immer für Überraschungen gut. In diesem Fall: der Vorsitzende der jetzigen Stadtverordnetenversammlung Wolfgang Schulz (SPD) ist nach dem vorläufigen Wahlergebnis raus. Er erhielt 219 Stimmen. Im Vergleich: 2008 waren es 377. „Der Wähler hat entschieden, dann ist es so.“ Insgesamt spricht Schulz aber von einem ordentlichen Ergebnis, das mehr Vielfalt ins Rathaus bringe und damit mehr Meinungen. Aus der Politik wolle sich Schulz nicht komplett zurück ziehen. „Ich bin SPD-Mitglied, mal sehen, was sich ergibt.“ Er könne sich vorstellen, sich als sachkundigen Bürger weiterhin in die Stadtpolitik einzubringen.

Die SPD selbst beansprucht wie bei den Kommunalwahlen 2008 wieder fünf der 22 zu vergebenen Sitze in der neuen Stadtverordnetenversammlung.

Die stärkste Fraktion mit acht Abgeordneten stellt wie bisher die Linke, allerdings erhält sie im Vergleich zu 2008 einen Sitz weniger. „Natürlich hätten wir gern neun Sitze behalten, aber nach den Querelen denke ich, beweisen die 36,3 Prozent, dass viele in der Stadt wünschen, dass wir die stärkste Fraktion sind“, betont Thomas Domres, der übrigens allein 2169 Stimmen erhielt. Man werde sich nun zusammensetzen, die ersten Schritte planen wie man sich als Fraktion finde und die Arbeit dann organisieren.

Keine Veränderungen bei der CDU, sie beansprucht wie 2008 wieder sechs Sitze. „Und darüber freue ich mich“, betont Rainer Pickert. Denn angesichts des ganzen Knatsches in der Vergangenheit sei man doch unsicher gewesen. Mit Blick auf die Linken, die nun einen Sitz weniger haben, zeige das Ergebnis, dass doch mehr Bürger „unsere Standpunkte halbwegs unterstützen“. Die Zersplitterung (jeweils ein Sitz Bauernverband, FDP und Grüne/Bündnis 90) im Stadtparlament mache die Arbeit künftig aber sicher nicht leichter. Zumal sie keine eigenen Fraktionen sind, somit wahrscheinlich auch keinen Sitz in den Ausschüssen haben werden. „Doch das muss ich mir erst in aller Ruhe noch durchrechnen“, fügt Rainer Pickert an.

Freude auch bei Stefan Kunzemann (Grüne/BÜ 90). „In unserem Wahlkampf haben wird deutlich gemacht, dass es uns um mehr Fachkompetenz geht. Viele Dinge gingen aus meiner Sicht verloren bzw. wurden nicht optimal entschieden, weil nicht tief genug geschaut wurde, was beschlossen wird.“ Diesen Schuh müssen sich alle Parteien gleichermaßen anziehen. Kunzemann selbst sehe sich auch als Vermittler, Missverständnisse in der Sache auszuräumen und unter Umständen auch die anderen zur Zusammenarbeit zu zwingen, um für die Lokalpolitik etwas zu erreichen. Für ihn offeriere das Wahlergebnis die Möglichkeit, eine Stimme zu haben und zu Wort zu kommen.

Eine Stimme hat nun auch mit Edwin Grönboldt der Bauernverband in der Stadtvertretung (siehe auch Seite 8). Ebenso die FDP mit Dr. Joachim Ritter. „Wir hätten gern einen Abgeordneten mehr im Parlament gehabt. Insgesamt bin ich aber nicht unzufrieden“, so Dr. Ritter.

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