Barocke Kapelle wird restauriert : Lifting von oben nach unten

Derzeit wird das Dach der Kapelle gedeckt.
Derzeit wird das Dach der Kapelle gedeckt.

Sanierung der barocken Kapelle in Klein Linde geht voran / Derzeit wird das Dach des Gebäudes neu eingedeckt

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05. März 2015, 08:00 Uhr

Die Sanierungsarbeiten an der Kapelle in Klein Linde gehen voran. Momentan wird das Dach neu eingedeckt, informiert Lutz Lange, Geschäftsführer der Freizeit-Park Wittenberge GmbH. Das Gebäude soll nach seinem ursprünglichen Vorbild aus dem Jahr 1736 wieder hergerichtet werden. Was die Farbgebung anbelangt, laufen Abstimmungen mit der unteren Denkmalbehörde des Landkreises, so Lutz Lange gestern in einem Gespräch mit dem „Prignitzer“. Die Kapelle erhält zudem wieder Putzgefache zwischen den dominierenden Pfosten. Der alles überdeckende Zementputz verschwindet.

Rund 100 000 Euro Fördermittel stehen für die Bestandssicherung bereit. Mindestens die gleiche Summe muss die Freizeit Park GmbH – Eigentümerin der Kapelle und der dazugehörigen Wiesen an der Stepenitz – für die Sanierung der Außenhülle beisteuern.

Das Wittenberger Unternehmen bietet seit Jahren Kanutouren auf der Stepenitz an und nutzt das Areal an der Klein Linder Stepenitzbrücke als Pausenstation. Perspektivisch möchte man in dem Gebäude zwei Ferienwohnungen errichten, sowohl für interessierte Stepenitz-Kanuten als auch für Radwanderer, denn Klein Linde befindet sich direkt an der „Gänsetour“. Für das Dorf hat die touristische Nutzung der Stepenitz und künftig der Kapelle noch einen Nebeneffekt. Die Freizeit Park GmbH traf mit dem Deutschen Orden, der in Klein Linde eine Einrichtung für Suchtabhängige betreibt, eine partnerschaftliche Vereinbarung. Der Orden wird künftig Serviceleistungen für die Touristen und Produkte aus dem eigenen Hofladen anbieten.

Erbaut wurde die Klein Linder Kapelle 1736, veranlasst vom Patron Siegmund Seebald, Zoll- und Salzdirektor in Wittenberge. Als verputzter zentraler Fachwerkbau errichtet, verfügte die Kapelle über einen annähernd quadratischen Grundriss mit einem mittig angeordneten Glockentürmchen, dessen Dach mit Schiefer gedeckt war – d er einzige barocke Putzbau in der Prignitz, sagen Experten. 1946 kam sie als Teil des aufgelösten Gutes in staatlichen Besitz, verfiel dann aber zusehends.

In den 1990er Jahren folgte eine Notsicherung, forciert vom Landkreis Prignitz. 2003 wurde die Kapelle mit dem dazugehörigen Land von der BVVG, einer Treuhandnachfolgegesellschaft, an den Naturschutzfonds Brandenburg übertragen, der sich dem maroden Denkmal jedoch nicht gewachsen fühlte und das Ganze an die BVVG zurück gab. Dann wurde die Gemeinde Groß Pankow Eigentümerin, suchte Interessenten für Kapelle und Grundstück, erteilte dem Dorf- und Förderverein Klein Linde den Zuschlag. Dem vergleichsweise kleinen Verein fehlte jedoch letztlich das Eigenkapital, um Fördermittel einsetzen zu können.  

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