Lotte Lehmanns Nachlass : Lifting für prominenten Flügel

Teilnehmer der Lehmann-Woche, Dozenten und Bürgermeisterin. Am Klavier Scott Curry, davor Karan Armstrong (v. r.).
Foto:
1 von 1
Teilnehmer der Lehmann-Woche, Dozenten und Bürgermeisterin. Am Klavier Scott Curry, davor Karan Armstrong (v. r.).

Stadt hatte Restaurierung des Klaviers aus dem Nachlass von Lotte Lehmann, die am 26. August vor 40 Jahren verstarb, in Auftrag gegeben

von
27. August 2016, 05:00 Uhr

Das Gran Finale setzte gestern den Schlussakkord der diesjährigen Lotte Lehmann Akademie. Bereits am Vormittag verneigten sich die Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Woche an der Büste der großen Operndiva. Am 26. August vor 40 Jahren starb Perlebergs berühmteste Tochter. Bürgermeisterin Annett Jura und der Freundeskreis Lotte Lehmann legten einen Kranz nieder, die jungen Sänger – Teilnehmer der Lotte-Lehmann-Woche – zollten der großen Sängerin mit gelben Rosen Hochachtung.

Eine Woche werden sie nun „lernen, was Lotte Lehmanns Kunst ausgemacht hat“, betont Angelo Raciti, Künstlerischer Leiter. Sie sei irgendwie immer in Perleberg geblieben, angesichts dessen, was in ihrem Namen hier repräsentiert werde.

Ein Stück aus dem Besitz der großen Sopranistin erstrahlt nun nicht nur in frischem Glanz, sondern sorgt auch wieder für klangvolle Töne: Die Stadt ließ den Flügel aus dem Nachlass Lotte Lehmanns restaurieren. „Wir bekennen uns zu Lotte Lehmann, wir sind angetreten, ihr Werk in unserer Stadt fortleben zu lassen. Und damit haben wir auch eine Verantwortung übernommen“, unterstreicht die Bürgermeisterin.

Schätzungsweise zwischen 1945 und 1950 wurde das Klavier gebaut, auf dem Karan Armstrong nicht nur 2006 und in den Folgejahren als Dozentin Teilnehmer der Sommerkurse begleitete. „Ich stand davor, Lotti kommentierte, dirigierte und hat mitgesungen“, erinnert sich die Meisterschülerin von Lotte Lehmann.

Jetzt war der Flügel nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch von diesen gezeichnet. So gab die Stadt die Restaurierung bei Klavierbauer Andy Richter, der seit 2006 dafür sorgt, dass die Instrumente für Akademie und Woche rein und sauber klingen, in Auftrag. Um die 200 Stunden investierte der Klavierbauer in den Lehmann-Flügel, arbeitete Gehäuse, den akustischen Teil und die Mechanik auf bzw. erneuerte vieles. Denn die Saiten waren inzwischen stark korrodiert, die Hammerköpfe abgenutzt, Filze und Wirbel verschlissen. An die 7000 Euro ließ sich die Stadt die Restaurierung des Instrumentes kosten. Seinen ersten Einsatz hatte es gleich bei der Vorstellung. Spontan setzten sich Karan Armstrong und der australische Pianist, Coach und Dirigent Scott Curry ans Klavier.

Die nächsten Tage werden nun Teilnehmer der Lehmann-Woche den Klang des Flügels in der Kursarbeit erleben. Eine von ihnen ist Sophie Loebjinski. Sie ist in Garlin zu Hause und macht im nächsten Jahr ihr Abi am Arnold-Gymnasium. Ihre Tutorin habe sie auf die Idee gebracht und ihre Mutter bestärkte sie sogleich. Selbst singe sie gern, mache mit bei Dorf macht Oper und war auch beim Musical Linie 1 dabei. Neue Techniken und neue Leute kennen lernen, erfahren was für sie machbar sei: Singen als Hobby oder vielleicht auch mehr?  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen