Perleberger Treff schließt : Licht aus im Frauenzentrum

Ein letztes Mal traf man sich zum Frühstück im Frauenzentrum der LEB.
Ein letztes Mal traf man sich zum Frühstück im Frauenzentrum der LEB.

Gefrühstückt wird fortan bei der Linken / Geförderte Maßnahme ausgelaufen, neue nicht in Sicht

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22. März 2014, 12:00 Uhr

Donnerstag: Ein letztes Mal wird der Frühstückstisch im Frauenzentrum gedeckt. „Wir ziehen aus und um“, empfängt uns Sabine Klug. Letzteres stand vor drei Tagen noch gar nicht fest. Da hieß es nur, die Maßnahme ist vorbei, eine neue bekomme man nicht und die Räumlichkeiten im Haus des Bürgervereins müssen aufgegeben werden, berichten die Frauen. Der Überbringer der Botschaft – Mirko Schmahl. Er leitet die Schulungsstätte der Ländlichen Erwachsenenbildung. Jene hat seit 2002 das Frauenzentrum in Trägerschaft.

Der Donnerstag war all die Jahre ein fester Termin für die rund 15 Frauen. Bei Kaffee und frischen Brötchen wurde geplauscht, wälzte man so manches Problem, „eben Frauensachen“, klingt es aus der Runde. Darüber hinaus traf man sich zum Basteln, Karten wurden gespielt, „wir fuhren auch gemeinsam zum Landtag und haben natürlich eifrig darüber debattiert, was unsere Politiker im Großen und Kleinen mal wieder verzapft haben. Ich sage nur Rente“, so Sabine Klug.

Kurzum, der Treff im Frauenzentrum war mehr als nur eine liebgewordene Abwechslung vom Alltag als Rentner. „Ich bin allein, nur zu Hause sein, da würde mir die Decke auf den Kopf fallen. Außerdem will ich schon noch wissen, was um mich herum passiert, und wir sind hier eine nette Truppe“, fügt Margot Könning an. Mit ihren 85 Jahren ist sie die Älteste in der illusteren Runde und „überall dabei, wo was los ist“, folgt prompt.

Vom Demokratischen Frauenbund damals über die Wende gerettet, stand das Frauenzentrum Anfang 2000 schon auf Messers Schneide. Die LEB, die damals bereits den Mädchentreff in der Mühlenstraße betreute, sprang in die Bresche. Von der Mühlenstraße wurde später in das Haus der einstigen Uniformschneiderei in der Karl-Marx-Straße und schließlich auf den Großen Markt umgezogen.

Beschäftigungsmaßnahmen liefen aus, neue wurden genehmigt und damit kamen immer wieder neue Gesichter, die für und mit den Frauen versuchten, Bewegung in das tägliche Einerlei zu bringen und zugleich einen Platz boten, wo Frau Frau sein, Probleme ansprechen kann und verstanden wird. Geschuldet dem Lauf des Lebens wechselten auch die Besucherinnen – einstige kamen nicht mehr, dafür fanden andere den Weg ins Frauenzentrum.

Weniger Mittel für MAE-Stellen und geeignete Langzeitarbeitslose, die für diese soziale Aufgabe in Frage kommen – das sind die Probleme vor denen das Jobcenter steht, so Mirko Schmal. „Ich hatte den Frauen aber versprochen, dass wir uns zumindest um andere Räumlichkeiten für das Frauenfrühstück bemühen werden und ich bin auch dran“, betont er. Eigentlich hatte die LEB vorgesehen, ein neues Projekt hier zu starten und im Zuge dessen, den Frauen auch den Donnerstagstreff weiter zu ermöglichen. Man benötige aber für das neue Vorhaben einen größeren barrierefreien Raum.

Derweil hat Nicole Reinke, die noch über Bürgerarbeit hier bis November hier beschäftigt ist, sich umgetan und den Landtagsabgeordneten der Linken, Thomas Domres, angesprochen. Fortan werden sich die Seniorinnen nun donnerstags zum Frauenfrühstück in Räumlichkeiten der Geschäftsstelle der Linken treffen.

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