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Der Prignitzer

18. November 2017 | 02:03 Uhr

Letzte S-Bahn verlässt die Prignitz

vom

svz.de von
erstellt am 01.Nov.2011 | 10:05 Uhr

Wittenberge | Einen Großauftrag hat das Bahnwerk erfolgreich zu Ende gebracht: Der letzte von 80 Viertelzüge der Berliner S-Bahnflotte verlässt morgen Wittenberge. Mit einem Festakt dankte Bahnwerkschef Dietmar Schmidt vergangenen Freitag allen Beteiligten. 18 Arbeiter sind für ihre hervorragende Leistung in dem Projekt ausgezeichnet worden.

Schmidt scheute keine Mühen, die Bedeutung des Auftrages zu verdeutlichen. Mit dem feierlich tragenden Lied "Conquest of paradise" von Vangelis fuhr der letzte Viertelzug durch eine Nebelwand in die Halle und stoppte vor der festlich geschmückten Tafel. Vertreter des Berliner S-Bahn Unternehmens und der Deutschen Bahn reisten aus der Hauptstadt an. Die am Projekt beteiligten Mitarbeiter nahmen an der Tafel Platz.

In einer Eröffnungsrede sprach Dietmar Schmidt von einer großen Herausforderung, der man sich in 2009 angenommen hatte, drückte gegenüber den Mitarbeitern seinen "persönlichen Respekt" aus. "Viele haben Verbesserungsvorschläge gemacht, eigene Ideen entwickelt." Und auch Projektleiter Lutz Lechner würdigte die Leistungen der Angestellten. "Ein Sechser im Lotto ist nicht viel mehr wert, als unser Team", lobte er. Das Ende des Großprojektes sehe er mit einem lachenden Auge entgegen, denn es sei ein großer Erfolg. 18 Mitarbeiter zeichnete das Unternehmen mit einem Erinnerungsband der S-Bahn Berlin aus. Darunter war auch Walter Menzel, der als Ingenieur an der Sanierung beteiligt war. "Wir hatten es anfangs mit einigen Schwierigkeiten zu tun, für die ich Lösungen gesucht habe", so Menzel. So zum Beispiel habe er Verfahren entwickelt, wie die Geometrie kontrolliert werden könne.

Die instand gesetzten Viertelzüge sollen so schnell wie möglich auf den Schienen Berlins zum Einsatz kommen. "Wir haben bei der S-Bahn schwere Zeiten hinter und vor uns", sagte Wolfgang Wüllhorst, der Leiter der Fahrzeuginstandhaltung bei der S-Bahn Berlin, "wir sind aber dabei uns zu stabilisieren." Heilfroh sei er, dass dank der Wittenberger Unterstützung nun wieder alle Züge zum Einsatz kommen können. Das Bahnwerk Wittenberge erhielt 2009 den Zuschlag für die Ausschreibung der S-Bahn Berlin. Der Auftrag lautete: Für 20 Millionen Euro sollten 60 Züge saniert werden. Die größte Herausforderung war, 20 weitere stillgelegte Fahrzeuge zu reaktivieren. Sie waren seit 2006 nicht mehr im Einsatz und ursprünglich zur Verschrottung vorgesehen.

Das Hauptaugenmerk lag bei der Beseitigung der Risse. Schäden in den Integralblechen führten in den vergangenen Jahren zu hohen Ausfällen der S-Bahn-Züge. Das BW Wittenberge baute eigens für die Sanierung eine Montagestraße auf, 65 Mitarbeiter waren waren im Einsatz.

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