Wir in Plattenburg : Letzte Ruhe unter Bäumen

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Bereits 60 Beisetzungen im Plattenburger Bestattungswald

svz.de von
30. März 2016, 10:00 Uhr

Einen ruhigen Ort mitten in der Natur zur Beisetzung eines lieben Verstorbenen findet man im Plattenburger Bestattungswald. Das etwa neun Hektar große Areal wurde im September 2014 als Friedhof gewidmet. Hier stehen Kiefern, Buchen und Eichen, die zum Teil mehr als 100 Jahre alt sind. Unter rund 100 Bäumen können bis zu zehn Gräber angelegt werden.

„Wir hatten dort seit September 2014 etwa 60 Beisetzungen und damit eine recht gute Resonanz“, sagt Enrico Oldenburg, Verwalter des Bestattungswaldes. Die Beisetzung darf nur in Naturstoffurnen erfolgen, also in Urnen, die natürlich wieder abgebaut werden können und keine Belastung für die Natur darstellen. So lösen sich die Urnen aus Naturfasern innerhalb von 25 Jahren auf.

Auf Wunsch kann eine Bestattung anonym erfolgen oder an dem Baum eine Namenstafel des Verstorbenen angebracht werden. „Der Vorteil des Bestattungswaldes ist, dass die Hinterbliebenen einen Ort haben, um zu trauern. Sie wissen genau, wo ihre Verstorbenen beigesetzt sind und dennoch bedarf diese Grabstelle keinerlei weiterer Pflege“, erklärt Enrico Oldenburg.

Die Interessenten für den Plattenburger Bestattungswald kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, hätten aber meistens eine Verbindung zur Prignitz. „Sie haben entweder selbst hier gelebt, haben ihre Kindheit hier verbracht oder die Familie stammt ursprünglich aus der Region. Eine Verbindung in die Prignitz gibt es eigentlich fast immer“, berichtet Enrico Oldenburg von den bisherigen Erfahrungen.

Innerhalb des alten Baumbestandes gibt es einen Ort der Ruhe. Hier stehen Bänke im Halbkreis, die den Angehörigen die Möglichkeit bieten, inne zu halten, aber auch den Platz bieten, um eine kleine Trauerfeier direkt im Wald abzuhalten.

„Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert, so wie sich auch unsere Gesellschaft verändert. Wir bieten den Menschen mit dem Bestattungswald eine Möglichkeit, der Natur sehr nahe zu sein ohne die Verpflichtung, sich um die Grabstätte ständig kümmern zu müssen“, sagt Enrico Oldenburg.

Jeden zweiten Sonntag bietet er Führungen an, bei denen Interessierte sich direkt vor Ort einen Überblick verschaffen können und Antworten auf alle Fragen rund um eine Beisetzung bekommen.
 

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