friedhof : Letzte Ruhe an einem Baum

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Neue Bestattungsart ist ab April möglich und kostet 625 Euro

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24. Januar 2016, 12:00 Uhr

Ab April können Verstorbenen auf dem Wittenberger Friedhof in Urnen an Bäumen ihre letzt Ruhe finden. „Seit eineinhalb Jahren sind wir dabei, das Grabfeld vorzubereiten“, sagt Andreas Grieswald, Leiter des Stadtbetriebshofs. Im Frühjahr solle noch Gras auf der dafür hergerichteten Fläche nahe dem Düsterweg eingesät werden. Dann sind die Vorbereitungen auf dem Friedhof selbst abgeschlossen.

Der Werkausschuss für den Betriebshof hat derweil an der entsprechenden Änderung der Friedhofssatzung gearbeitet, denn die Baumbestattungen sind nur zulässig, wenn sie in ordnungsgemäß in die Satzung aufgenommen wurden. Das ist geschehen. Außerdem ist die Gebührensatzung entsprechend erweitert worden. Der Werkausschuss hat Donnerstagabend grünes Licht gegen. Die Stadtverordneten entscheiden abschließend im Februar. Die Zustimmung gilt als sicher.


Wirtschaftlichkeit muss sein


Mit den Baumbestattungen reagiert die Verwaltung auf die zunehmende Nachfrage nach dieser Bestattungsart, hatte Friedhofsverwalter Ingo Lipinski bereits vor Monaten auf die Frage nach dem Warum erklärt.

Dass die letzte Ruhestatt unter einem Friedhofsbaum etwas Besonderes ist, wird auch beim Blick auf die Kosten deutlich. Für eine Baumbestattung einschließlich der Liegezeit von 25 Jahren fallen 625 Euro an. Eine vergleichbare Urnenbeisetzung in einem Rasengrab Urne sind mit 325 Euro ausgewiesen.

Aber, so betont Grieswald nachdrücklich, die Kosten ergeben sich nicht aus der besonderen Bestattungsform, sondern aus den Aufwand, der über Jahre der für die Friedhofsverwaltung damit verbunden ist.

Beisetzungen und Friedhofsunterhaltung sind bei aller Pietät auch immer mit Fragen der Wirtschaftlichkeit verknüpft. Und das bedeutet beispielsweise laut Grieswald, dass für Baumbestattungen deutlich mehr Fläche benötigt wird als bei Reihengräbern. Die Kosten für Pflege und Unterhaltung des Geländes und der Bäume würden also auf weniger Angehörige aufgeteilt. Grieswald verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass deshalb auch die Baumbestattung auf dem Friedhof mit einer im Wald nicht zu vergleichen ist. „Dort gibt es keine Nachfolgearbeiten. Das wirkt sich auf die Kosten aus.“

Mit der neuen Friedhofssatzung legen die Abgeordneten auch fest, dass ab April grundsätzlich nur noch Urnen aus biologisch abbaubarem Material auf dem gesamten Friedhof beigesetzt werden dürfen. Bei Bestattungen an Bäumen ist der Einsatz so genannter ökologischer Urnen sowieso eine Selbstverständlichkeit. Die Wittenberger gehen einen Schritt weiter.  

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