Von Elmshorn nach Wittenberge : Letzte Reise für den Botschafter

Die Crewmitglieder, die auf dem Schiff reisen werden: (v.l.) Die Kapitäne Klaus Hammer und Günter Holtz mit dem neuen Tampen. Norbert Hartmann, Hans Barzel, Wolfgang Köster, Jürgen Tillmann und Peter Bohn. Es fehlen Sebastian Barzel und Christian Bumann.
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Die Crewmitglieder, die auf dem Schiff reisen werden: (v.l.) Die Kapitäne Klaus Hammer und Günter Holtz mit dem neuen Tampen. Norbert Hartmann, Hans Barzel, Wolfgang Köster, Jürgen Tillmann und Peter Bohn. Es fehlen Sebastian Barzel und Christian Bumann.

MS „Klostersande“ kommt aus Elmshorn nach Wittenberge. Das Schiff ist maßgeblich an der Städtepartnerschaft beteiligt

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09. Mai 2017, 05:00 Uhr

Seine wohl letzte große Reise wird den Getreidefrachter „Klostersande“ am 19. Mai von der Wittenberger Partnerstadt Elmshorn in den Nedwighafen führen. „Das Küstenmotorschiff wird derzeit seeklar gemacht. Alle freuen sich auf die Reise“, schreibt Siegfried Konjack aus Elmshorn in einer Mitteilung an den „Prignitzer“.

Bei der Partnerschaftsentwicklung zwischen den Städten Wittenberge und Elmshorn hat das Schiff eine wichtige Rolle gespielt, deswegen möchten die Verantwortlichen um Frank Lexau vom Förderverein das Schiff Mitte des Monats nach Wittenberge schicken. Über viele Jahre hatte der Elmshorner Kapitän Karl Schinkel mit der MS „Klostersande“ Hafer aus Wittenberge für die Firma Peter Kölln in die Heimatstadt transportiert. So reifte bei ihm der Entschluss, eine Partnerschaft zwischen beiden Städten zu empfehlen. Unterstützt wurde er von den ehemaligen Betriebsleitern Hans Rieck und Herbert Baumann von der VEB Getreidewirtschaft Silo, Wittenberge. Im Sommer 1990 wurde die Städtepartnerschaft zwischen den Bürgermeistern Sigmar Luft mit Dr. Ingeborg Theßen (Wittenberge) und Bernd Schwachenwalde gemeinsam mit Bürgervorsteher Georg Hansen (Elmshorn) im Wittenberger Rathaus und in Elmshorn besiegelt.

Im Jahr 2000 wurde die „Klostersande“ nach 32 Jahren im Dienst wegen Veränderungen im Beförderungswesen und der zunehmenden Verschlickung der Krückau verkauft und erfuhr einige Besitzerwechsel. Das 55 Meter lange Frachtschiff rückte dann nach Jahren wieder ins Blickfeld der Elmshorner, die großes Interesse am Erhalt dieses Traditionsschiffes zeigten. Am 14. Mai 2013 kehrte die MS „Klostersande“ in den Krückau-Hafen zurück, wo sie bis heute liegt. Die Vorbereitungen für die Reise nach Wittenberge laufen auf Hochtouren. „Eine Verlängerung des Schiffs-TÜVs liegt für ein halbes Jahr vor, es sind noch Restarbeiten unter anderem an der Hydraulik zu erledigen, die nun so gut wie abgeschlossen sind“, so Siegfried Konjack. Das Schiff muss im engen heimischen Hafenbecken noch in die richtige Fahrtrichtung gedreht werden. Inzwischen ist der Verein Eigentümer des Schiffes. Die Inhaberin des Elmshorner Busunternehmens Johannes Meißner, Juliane Kohs, spendiert für die Reise der „Klostersande“ nach Wittenberge 2000 Liter Diesel.

Wenn alles nach Plan läuft, wird die „Klostersande“ am Mittwoch, den 17. Mai, um 8 Uhr den Liegeplatz im Krückau-Hafen verlassen und mit einer neunköpfigen Crew – angeführt von den Kapitänen Günter Holtz und Klaus Hammer – Richtung Wittenberge schippern. Schiffsführer Holtz wird das Schiff zunächst etwa zehn Kilometer Richtung Krückau-Sperrwerk aus dem Hafen heraus führen, um danach in die Elbe zu gelangen. Er kennt die Tücken des schwierigen, stark verschlickten Flussreviers aus jahrelanger Erfahrung. „Ich bin meine gesamte ,Fahrenszeit’ ohne Havarie durchgesteuert“, so der heute 78-jährige Schiffsführer.

Das MS „Klostersande“ in früheren Jahren im Elmshorner Hafen.
Foto: Elmshorner Stadtarchiv
Das MS „Klostersande“ in früheren Jahren im Elmshorner Hafen.

Stopps sind in Geesthacht und Schnackenburg vorgesehen. Läuft alles planmäßig, wird das Schiff am Freitag, den 19. Mai, gegen 11 Uhr im Nedwighafen festmachen. Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje und Frank Lexau vom Förderverein wollen am darauffolgenden Sonnabend die „Schipper“ in Wittenberge begrüßen. Bürgermeister Oliver Hermann hat sich diesen Termin ebenfalls vorgemerkt.

Zuvor wird das Schiff im Nedwighafen noch einmal die Fahrtrichtung ändern und legt dann rückwärts an der Backbordseite an. „Sicher ein spannendes Manöver für die Crew und die Wittenberger Zuschauer“, ist Siegfried Konjack überzeugt. Während der Liegezeit werden Führungen angeboten – auch für Schulen (Anmeldung unter der Nummer 0171/9567482). Am Sonnabend, den 20. Mai, wird der Wittenberger Shanty Chor „De Buhnenkieker“ ab 10 Uhr an Bord zu erleben sein. Es können 90 Besucher daran teilnehmen, der Eintritt ist frei.

Am 22. Mai geht es für die „Eiserne Lady“, die übrigens genau am 17. Mai, also am Tag des Reisebeginns, vor 49 Jahren vom Stapel lief, zurück in die Heimat, wo sie als Eventschiff dienen soll.

 


 

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