Ende einer Bahnverbindung in Putlitz : Letzte Abfahrt Putlitz-Pritzwalk

Der Bahnhof in Putlitz bleibt künftig leer.
Der Bahnhof in Putlitz bleibt künftig leer.

Schienenverbindung wird zum 1. August eingestellt, dann nur noch Busverkehr / Finanzierungsalternativen ausgeschöpft

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16. März 2016, 21:00 Uhr

Die Bahnstrecke Putlitz-Pritzwalk wird zum 1. August für den Personenverkehr geschlossen. Damit endet nach zehn Jahren ein in ganz Brandenburg einmaliges Konzept.

Bereits Anfang 2014 habe der Kreistag einen Nahverkehrsplan beschlossen, der keine Mittel mehr für die Strecke vorsah, sagte Edelgard Schimko, Leiterin des Geschäftsbereiches Wirtschaft der Kreisverwaltung, auf Anfrage des „Prignitzers“. Als vor zehn Jahren das Land die Gelder für diese und andere Strecken strich, hatte der Landkreis auf Druck vieler Bürger beschlossen, aus „Busersatzmitteln“ Geld für die Verbindung aufzuwenden. Diese Möglichkeit wurde in Brandenburg nur in der Prignitz wahrgenommen. Möglich wurde das, weil eine private Gesellschaft die Strecke befuhr. Vor fünf Jahren lief diese Finanzierung aus.

Um die Verbindung zu erhalten, stellte der Landkreis der Verkehrsgesellschaft Prignitz Geld zur Verfügung, die den Eisenbahnförderverein beauftragte, den Verkehr sicherzustellen. Da der Kreis künftig nicht mehr zahlt und auch die Verkehrsgesellschaft zum 1. August aufhört zu existieren, werden keine Personenzüge mehr zwischen Pritzwalk und Putlitz rollen.

„Wir hatten mit dem Reisedienst Westprignitz in Weisen und der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft ein maßgeschneidertes Angebot für den ÖPNV entwickelt, das über eine enge Verzahnung von Bus und Bahn, Rufbus und anderen Neuerungen ein günstiges Angebot enthielt. Dafür bekamen wir aber leider nicht den Zuschlag“, sagte Tino Hahn, Geschäftsführer der Regio Infra GmbH & Co KG. „Damit stehen die Chancen für den Erhalt der Schienenverbindung Putlitz-Pritzwalk schlecht, da eine Strecke kaum über den Güterverkehr allein zu finanzieren ist.“

„Es ist ein Verlust für Putlitz, dass die Verbindung eingestellt wird“, sagt Bürgermeister Bernd Dannemann. „Die Bahn hat immer einen hohen Symbolwert für eine Stadt, mit Anschlüssen ist sie mehr wert als ohne. Aber zur Schließung gab es angesichts der schwachen Nutzung keine Alternative, die Züge befördern fast nur noch Schüler“, so der Bürgermeister.

Die Gymnasiasten trifft die Entscheidung jedoch. „Für sie wurde ein Haltepunkt in Pritzwalk geschaffen. In der Bahn seien letzte Unterrichtsvorbereitungen leichter zu bewerkstelligen als im Bus. „Letztlich entscheidet aber die Wirtschaftlichkeit und die ist nicht mehr gegeben. Das musste ich auch Bürgern sagen, die kürzlich fragten, ob die Einstellung der Strecke rückgängig gemacht werden kann.“

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