Leserin kritisiert die Bus-Fahrpläne

<strong>Hauptkritikpunkt:</strong> Vor allem die Anschlussverbindungen und damit  zusammenhängenden Wartezeiten werden angeprangert.<foto>Archiv</foto>
Hauptkritikpunkt: Vor allem die Anschlussverbindungen und damit zusammenhängenden Wartezeiten werden angeprangert.Archiv

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10. Januar 2013, 06:33 Uhr

Prignitz | Leserin Marianne Neumann wandte sich an unserer Redaktion. In einem Brief prangert sie die Verkehrsbetriebe der Prignitz an und bat uns, dem nachzugehen. Buslinien seien nicht gut abgestimmt, Anschlusszüge zu knapp bemessen und in den Ferien bestehe sowieso ein Chaos. Wir sprachen daraufhin mit dem Geschäftsführer der VGP - Verkehrsgesellschaft Prignitz mbH, Manfred Prause, über diese Vorwürfe.

So schrieb Marianne Neumann, dass sie seit Jahren höre und erlebe, dass die einzelnen Buslinien in der Prignitz im Bereich Reisedienst Westprignitz, nicht gut im Fahrplan abgestimmt seien. Weiterhin heißt es: "Busse fahren zum Teil leer zurück, Fahrpläne überschneiden sich so knapp. Perleberg ist schlecht erreichbar. In den Ferien bricht dann sowieso das Chaos aus, weil dann noch weniger Busse fahren. Man sollte mal die Busfahrer selbst fragen und vor allem, diese die Fahrpläne machen lassen. Die sind erfahren, freundlich und wissen genau, wie lange man wofür braucht. Dann gibt es nicht das Problem, dass das kleinste Erntefahrzeug bereits für eine Verspätung sorgt."

Diese Kritik ist für Manfred Prause nicht nachzuvollziehen: "Die Verkehrsgesellschaft Prignitz ist im Landkreis zuständig für die Organisation des öffentlichen Personennahverkehrs. Das heißt, von der VGP werden die Linienfahrpläne für alle Linienführungen erstellt und zu jedem Fahrplanwechsel, der jeweils zum Beginn eines Schuljahres erfolgt, neu erarbeitet. Dies erfolgt in Abstimmung mit den Erfordernissen aller Schulen im Landkreis und natürlich auch entsprechend der Bedürfnisse der weiteren Nutzer des ÖPNV."

Als konkretes Beispiel verweist Marianne Neumann in ihrem Brief auf die Verbindung Perleberg-Karstädt-Berge-Putlitz. Die Busanbindungen zwischen den einzelnen Gemeindeteilen seien verbesserungsbedürftig. So kommt man vormittags zwar in Putlitz an, muss aber mehrere Stunden warten, bis nachmittags wieder ein Bus zurückfährt. Man kann zwar auf den Rufbus umsteigen, der kostet jedoch einen Euro mehr je Fahrt. Zum Teil werden auch Taxis zur Verfügung gestellt, was wiederum unserer Leserin nicht wirtschaftlich erscheint.

Der VGP-Geschäftsführer führt daraufhin an, dass die Verkehrsgesellschaft Mitglied im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ist. Dort werden Abstimmungen zwischen dem Schienenpersonennahverkehr und dem Omnibusverkehr vorgenommen. Hier werden zum Beispiel Festlegungen zu Übergangszeiten vom Zug zum Bus als Orientierungshilfe gegeben, die im Allgemeinen bei zehn Minuten liegen soll. "Der im Leserbrief angesprochene Rufbus, der je Fahrt mit einem Mehrpreis von einem Euro zu den Zeiten verkehren kann, wenn der Linienbusverkehr innerhalb von 90 Minuten keine Fahrmöglichkeit bietet, trägt zu einer Kostenersparnis bei", so Prause. Hier werden vertraglich gebundene Taxiunternehmen eingesetzt und somit große Linienbusse eingespart. Der Fahrgast hat damit die Möglichkeit, die günstigen Preise des VBB-Tarifs zu nutzen.

Eine besondere Rolle im Leserbrief nimmt die Verbindung 904 von Karstädt nach Berge ein, die laut Marianne Neumann ebenfalls ausbaufähig ist. "Die Anschlüsse der DB sind so knapp kalkuliert, dass bei Bahnverspätung (immer mindestens fünf Minuten) kaum noch Umsteigezeit verbleibt. Zudem ist der Bus 930 aus Perleberg ebenfalls immer spät. Der garantierte Anschluss kann nur durch Verspätung realisiert werden. Anwohner der Gemeinde, die nach 18 Uhr von der Arbeit aus Wittenberge oder Bad Wilsnack kommen, haben keine Möglichkeit mehr, einen Bus zu erreichen. Obwohl 19 Uhr nochmals zwei Regionalbahnen aus beiden Richtungen ankommen, ist kein Bustransfer mehr möglich."

Auch diesen Punkt will Prause nicht auf sich beruhen lassen. "Die im Leserbrief angesprochene Verbindung auf der Linie 904 zwischen Karstädt und Berge hat vor mehreren Jahren eine an Schul- und Ferientagen siebenmalige tägliche Verbindung erhalten, was für diese relativ dünn besiedelte Region als sehr gut zu betrachten ist. Dazu kommen noch weitere Verbindungsmöglichkeiten durch die Linien 932 und 933, die ebenfalls diese Orte bedienen. Die benannte ständige Verspätung auf der Linie 930 nach Karstädt kann als Aussage so nicht stehen bleiben. Die Linienomnibusse verkehren nach einem festen Fahrplan, der von den Mitarbeitern der VGP über ein in unserem Hause vorhandenes rechnergestütztes Betriebsleitsystem überwacht wird. Bei Erfordernis hinsichtlich der Fahrzeiten können die Auswertungen berücksichtigt und die Fahrzeiten angepasst werden. Auf eventuelle Verspätungen des Zuges, wie es aus dem Leserbrief hervorgeht, kann kein Fahrplan aufgebaut werden."

Dennoch sind der Geschäftsführer und seine Mitarbeiter für sachliche Kritik und Anregungen zur Fahrplangestaltung jederzeit ansprechbar. Dies insbesondere für die im März beginnende Planung der neuen Fahrplanperiode. Die Erfahrungen der Busfahrer fließen laut Prause ebenfalls in die Fahrplangestaltung ein, obwohl diese und die Umlaufplanung keine Aufgaben eines Busfahrers seien.

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