Restaurierung : Lenzener Hafengaststätte in Werft

Der Ponton wird per Schubboot über das Wasser bewegt.
Der Ponton wird per Schubboot über das Wasser bewegt.

Ponton wird in Hamburg wieder flott gemacht: Kein Geschäftsbetrieb mehr in diesem Jahr

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04. Juni 2016, 12:00 Uhr

Ein ungewöhnliches Bild bietet sich den Betrachtern derzeit im Lenzener Sportboothafen an der Elbe. Nur wenige Boote sind an der Steganlage vertaut. Vom eigentlich sonst dort angedockten Ponton mit der darauf installierten Hafengaststätte keine Spur. „Der Ponton liegt in einer Werft in Hamburg“, klärt Andy Pawels vom Lenzener Ordnungsamt auf. In der vergangenen Woche hatte ein Schubboot, umgangssprachlich auch Schuber genannt, den 29 Meter langen und 15 Meter langen Ponton aus dem Lenzener Hafenbecken geschleppt und in die Hansestadt geschoben. „Am Ende ging alles ganz schnell. Der Kapitän hat den Wasserstand der Elbe ausgenutzt. Bei der Überfahrt gab es dann keine Probleme.“

Im Dock der Hamburger Werft Theodor Buschmann wird der beim letzten Elbehochwasser 2013 in Mitleidenschaft gezogene Ponton umfangreich restauriert. So sollen der Decksbelag einschließlich Unterkonstruktion und die Abwasseranlage erneuert und die Pontonaußenflächen gereinigt, gesandstrahlt und neu beschichtet werden. Möglich wurde die zu 100 Prozent geförderte Reparatur mit Mitteln aus dem Hilfsfond Hochwasser Infra 2013. Die Gesamtmaßnahme mit Hin- und Rücktransport hat laut Fördermittelbescheid einen Gesamtumfang von 724 000 Euro. Wie lange die Arbeiten dauern werden, konnte auch Andy Pawels nicht genau sagen. Er rechnet aber mit mehreren Wochen. „In 14 Tagen wissen wir mehr.“

Warum der Ponton bis nach Hamburg, und nicht etwa in die näher gelegene Havelberger Werft überführt wurde, erklärt Pawels so: „Der Ponton war mit 15 Metern zu breit für die Werft.“ Mehrere Firmen hätten sich für die Ausschreibung interessiert, letztlich aber nur zwei ihr Angebot abgegeben.

Eigentlich sollte die ganze Aktion schon im Frühjahr anlaufen. Doch das Gesamtpaket aus Finanzierung, Ausschreibung und Auftragsvergabe zog sich länger hin als geplant. Für die in Wittenberge beheimatete Betreiberin der Hafengaststätte ist die Saison damit gelaufen. Als sie das Lokal im Oktober des vergangenen Jahres komplett geräumt hatte war die Hoffnung noch groß, dass zumindest in der zweiten Hälfte der Tourismussaison der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden könne. Doch selbst wenn der Ponton irgendwann im August oder September wieder im Lenzener Hafen festmacht, müsse die ganze Einrichtung des Clubhauses erst wieder eingeräumt und benutzbar gemacht werden. Das würde auch noch einige Tage in Anspruch nehmen und lohne ihrer Meinung nach den Aufwand nicht.

Einheimische, Bootsführer oder Radtouristen werden so in diesem Jahr auf ein kühles Getränk oder eine Tasse Kaffee in der Lenzener Hafengaststätte verzichten müssen.



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