zur Navigation springen

Mollnitz: 475. Geburtstag : Lenin hat auch mitgefeiert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

475 Jahre Mollnitz: Winziges Dorf punktet mit niedrigem Altersdurchschnitt, toller Jubiläumsfeier und speziellem Sinn für Humor

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Auch wenn die Meinungen über die tatsächliche Einwohnerzahl von Mollnitz (Gemeinde Pirow) ein wenig auseinandergehen – Einigkeit besteht darin, dass sie unter 30 liegt und dass vier Kinder unterhalb des Schulalters dazuzählen. „Man kann schon sagen, dass das unser jüngstes Dorf ist“, bemerkt Uwe Kessler, Bürgermeister der Gemeinde Pirow, zu der neben Mollnitz und Pirow noch Bresch, Burow, Hülsebeck und Waldhof gehören.

So oder so: Erstaunlich ist auf jeden Fall, was der winzige Ort zu seiner 475-Jahrfeier am Sonnabend alles auf die Beine stellte. Zum Beispiel einen sehenswerten und außerordentlich liebevoll ausstaffierten Festumzug. An dem nahmen unter anderem Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Bresch teil - drei Reiter auf drei Stuten nebst drei Fohlen – so wohl nur sehr selten in einem Umzug zu bestaunen.

Einer der Initiatoren und Mitorganisator des Events ist Marco Grüning, einer aus der jungen Mollnitzer Generation. Er betreibt hier eine Landwirtschaft, lebt mit seiner Familie im Dorf, und das sehr gern. Stolz erzählt er, dass es in dem kleinen Ort keinen Leerstand gebe, alle Grundstücke würden genutzt. Hier wohne man absolut ruhig. „Wenn mal ein Auto über unsere alte, aber gut erhaltene Kopfsteinpflasterstraße fährt, dann ist das fast schon Stress“, erzählt Grüning lachend. So gesehen, war es am Sonnabend Mega-Stress, den die Mollnitzer sich allerdings selbst in ihr Dorf geholt haben. Sie nutzten den historischen Anlass, um gemütlich beisammen zu sein und es sich bei Kultur und Kulinarik gut gehen zu lassen. Vom Wetter ließ sich niemand die Laune verderben – allerdings wären bei besserer Witterung sicher auch noch viel mehr Gäste gekommen.

So, wie vor 25 Jahren, zum 450. Ortsjubiläum: „Da hatten wir auf jeden Fall tolles Wetter und einen Riesenansturm an Gästen – allerdings irgendwie noch wenig Ahnung von einer halbwegs professionellen Vorbereitung einer größeren Veranstaltung“, erinnert sich Uwe Kessler und muss dabei schmunzeln. Damals sei das Essen knapp geworden, noch während der Feier musste Nachschub an Bockwurst besorgt werden. Und, einen Festumzug habe es auch nicht gegeben.

Insofern hat in Mollnitz eigentlich vieles eine gute Entwicklung genommen. Und über all dem wacht seit etlichen Jahren auch Lenin: Eine alte Steinbüste steht bei Richters im Vorgarten, als Deko. „Ach, die hat mein Mann mal irgendwoher mitgebracht, das kann so vor 15 Jahren gewesen sein“, berichtet Heidemarie Richter vor ihrer Haustür. Mit ihrem speziellen Sinn für Humor ließen die Mollnitzer den Lenin an den Feierlichkeiten teilhaben: Sie kleideten ihn an, verpassten ihm Schutzhelm und Sonnenbrille und „bastelten“ dem Guten noch Beine und Füße unten dran. Fertig war der Promi. „So, und ich muss jetzt auch los, zum Festplatz, will ja schließlich mitfeiern“, sagt Heidemarie Richter und eilt zum Zentrum des Geschehens, in Mollnitz.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen