lehrerpreis geht nach bad wilsnack : „Lehrer-Oscar“ für Sabine Zander

„Es ist ein Erfolg für die ganze Schule.“ Rektorin Sabine Zander (in der Mitte mit Blumenstrauß) im Kreise ihrer Schüler und Kollegen.
„Es ist ein Erfolg für die ganze Schule.“ Rektorin Sabine Zander (in der Mitte mit Blumenstrauß) im Kreise ihrer Schüler und Kollegen.

Rektorin der Elbtalgrundschule Bad Wilsnack mit Brandenburgischem Lehrerpreis geehrt

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19. Februar 2014, 22:00 Uhr

„Man steht da auf der Bühne und ist total zwiegespalten“, erinnert sich Sabine Zander an die Veranstaltung, bei der am Montag in Potsdam der Lehrer des Jahres im Land Brandenburg ausgezeichnet wurde. „Zum einen glaubt man nicht, dass man tatsächlich gewinnen könnte, zum anderen hofft man aber doch ein bisschen, derjenige zu sein, der die Jury überzeugen konnte. Als dann tatsächlich mein Name fiel, durchzuckte es mich wie ein Blitz.“

Dass Sabine Zander diese Ehrung zuteil wurde, ist ihrem Kollegium an der Elbtalgrundschule zu verdanken. „Der Vorschlag kam auf der Lehrerkonferenz im Oktober 2013, und wir haben gemeinsam eine ,Beurteilung‘ für unsere Rektorin erarbeitet, um ihre Nominierung zu begründen“, sagt Lehrerin Anette Tolle. Auch auf der Elternkonferenz habe die Idee, die Rektorin für den Preis vorzuschlagen, große Resonanz hervorgerufen, und die Eltern ergänzen die Nominierungsunterlagen aus ihrer Sicht.

Besonders hervorgehoben wurden dabei Zanders Tatkraft und Elan, mit dem sie neue Projekte vorantreibt. So brachte sie sich direkt nach ihrer Amtsübernahme konstruktiv in die Modernisierung des Schulgebäudes ein, kämpfte für die Umgestaltung des Werkraumes, die Errichtung einer Kleinsportanlage und einer Kletterspinne auf dem Schulhof. Zudem, schreiben Kollegen und Eltern in der Begründung, liege Sabine Zander der Umgang mit neuen Medien am Herzen – folgerichtig wurden vier Whitebord-Tafeln und neue Computer für die Klassenräume angeschafft und ein Internetauftritt für die Schule gestaltet. Schließlich fand ihre Hilfsbereitschaft und Fairness gegenüber Kollegen Erwähnung.

Über den Lehrerrat und das Schulamt Perleberg gingen die Dokumente nach Potsdam ins Bildungsministerium, und Sabine Zander wurde neben Werner Krüger von der Oberschule Glöwen und Marianne Rothschuh von der Friedrich-Gedike-Oberschule Perleberg für den Preis nominiert.

Gestern schließlich kamen die Schüler, Lehrer und Elternvertreter noch einmal im Innenhof der Schule zusammen, um Sabine Zander zu ihrer Auszeichnung zu gratulieren. Auch Bad Wilsnacks Bürgermeister Dietrich Gappa lobte Sabine Zander und bemerkte, dass eine Stadt stolz sein könne auf jemanden, der so engagiert in seinem Beruf auftrete.

Die Geehrte selbst nimmt den Erfolg nur zum Teil für sich in Anspruch. „Man braucht ein Lobby, ansonsten funktioniert so etwas nicht“, sagt sie. „Ich nehme den Preis stellvertretend für das Lehrerteam, die Mitarbeiter der Schule und natürlich die Schüler selbst in Empfang, denn wir alle gestalten das Leben an der Elbtalgrundschule gemeinsam.“ Zudem, räumt sie ein, sei ihre Begeisterung für neue Dinge manchmal auch eine Belastung für die Kollegen. „Da müssen die oft einfach durch, aber es gibt Gott sei Dank auch einige, die mich manchmal bremsen, wenn ich wieder neue Ideen habe“, sagt Zander.

Lehrerin habe sie tatsächlich schon immer werden wollen, sogar als Kind Lehrer gespielt. Aufgewachsen in der Nähe von Haldensleben, hat sie an der Pädagogischen Hochschule in Magdeburg studiert und war lange Jahre Lehrerin an der Oberschule 7 in Wittenberge, bevor sie 2006 die Leitung in Bad Wilsnack übernahm.

Auf die kommenden Jahre blickt Sabine Zander gespannt, aber auch mit ein wenig Sorge. „Mein großes Ziel ist es, gemeinsam mit dem Kollegium den bevorstehenden Wandel zu meistern und auch in Zeiten, in denen weniger Kinder unsere Schule besuchen werden, diese hohe Unterrichtsqualität beibehalten zu können. Der demografische Wandel trifft leider auch die Grundschulen.“


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