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Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 18:28 Uhr

Leerstand belastet Prignitzer Vermieter

vom

svz.de von
erstellt am 14.Jun.2011 | 06:21 Uhr

Prignitz | Verrammelte Fenster und Türen - in der Prignitz kein allzu seltenes Bild. Kommunale Wohnungsgesellschaften berichten übereinstimmend vom Problem des demografisch bedingten Mietermangels. Am schwersten davon betroffen ist Wittenberge. Bereits 2003 versuchte die kommunale Wohnungsbaugesellschaft WGW mit dem Abriss von 348 Wohneinheiten im Norden der Stadt gegen den Leerstand anzukämpfen, doch auch diese radikale Maßnahme, während der ein ganzes Wohngebiet von der Bildfläche verschwand, konnte nur zeitweise Erleichterung bringen.

"Von unseren 3160 Wohneinheiten sind derzeit rund 500 frei", sagt Karsten Korup, geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom (WGE). "Zwar ziehen derzeit mehr Leute bei uns ein als aus, aber die Zahl der todesbedingten Haushaltsauflösungen gleicht das nicht aus." Diese Probleme seien in der ganzen Stadt zu verzeichnen und nicht auf die WGE beschränkt.

In Perleberg, wo es mit dem Neubauviertel Heinrich-Heine/Thomas Müntzer-Straße ebenfalls ein großes Neubaugebiet gibt, sieht man das Problem nicht so dramatisch: "Der Einwohnerschwund ist nicht so groß wie in Wittenberge. Trotzdem beträgt der Leerstand zehn bis 13 Prozent, sind 700 Wohnungen betroffen", so Ilona Raatz von vom Sachbereich Wohnungswesen.

Perspektivisch sei auch in der Rolandstadt der Rückbau unausweichlich. "Problematisch ist, dass es in den Blöcken viele kleinen Wohnungen gibt, die stark nachgefragt werden. Die größeren aber stehen leer", sagt Raatz. Ein Umzugsmangement sei nötig, um beispielsweise Plattenbauten teilweise abtragen und einen Teil erhalten zu können.

Der Problemfall Plattenbauten beschränkt sich indes nicht nur auf die Städte, auch im ländlichen Raum hat man damit zu kämpfen. "Von unseren Wohnungen in Berge steht fast ein Drittel leer", so Bodo Quade von der Wohnungsverwaltungsgesellschaft Berge. "Seit zehn Jahren werden es weniger Mieter, junge Menschen gehen weg, ältere ziehen in altersgerechte Wohnungen um." Nicht alle Wohneinheiten seien zu halten, allerdings gebe es durch die Sanierung Mitte der 90er Jahre noch Verbindlichkeiten. "Die müssen bedient werden."

Ähnlich sieht es in der Gemeinde Groß Pankow aus, wo 123 von rund 300 Wohnungen leer stehen. "In Wolfshagen ist ein Block mit 30 Einheiten komplett unbewohnt, auch in Gulow, Baek und Tangendorf fehlen die Mieter", sagt Christina Fischer, in Groß Pankow für die Wohnungsverwaltung zuständig. Perspektivisch bleibe nur der Abriss.

In der Gemeinde Karstädt kämpft man ebenso mit diesem Problem. "Von den drei Blöcken in Dallmin steht in einem der Mittelaufgang fast leer", sagt Bauamtsleiter Bernd Lüdke. "Es wird darauf hinauslaufen, die Mieter beim Umzug in andere Blöcke zu unterstützen, um perspektivisch den Rückbau angehen zu können."

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