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Nachwuchssorgen in Perleberg : Leerstand auch bei Kleingärten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der Kreisstadt gibt es 13 Kleingartenvereine mit 579 Mitgliedern. Es gibt wenig Interesse bei jungen Familien

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2017 | 05:00 Uhr

„In Perleberg müssen wir nicht so agieren, wie es in anderen Orten der Fall ist“, sind sich Gerhard Bretschneider, 1. Vorsitzender des Kreisverbandes Gartenfreunde Prignitz, sowie der Leiter der Geschäftsstelle, Uwe Falk, einig. Daher gab es auch noch keinen Kontakt „mit der neuen Bürgermeisterin“. Dieses Gespräch ist aber jetzt für den Herbst geplant, so Gerhard Bretschneider. In Abstimmung mit den Perleberger Kleingartenvereinen soll dann über die Perspektive der Kleingärtner in der Rolandstadt gesprochen werden.

Gegenwärtig gibt es in Perleberg 13 Kleingartenvereine mit 579 Mitgliedern. Nur wenige Sparten – Quitzower Straße, Stadtland und Pritzwalker Straße – haben mit größerem Leerstand zu kämpfen. „Da sind die Fluktuation und der demografische Wandel in Wittenberge mehr zu spüren“, meint Gerhard Bretschneider.

In der Kreisstadt gibt es zweimal jährlich eine Stützpunktberatung, weiß Uwe Falk. „Hier laden wir alle Perleberger Vorsitzenden zum Erfahrungsaustausch ein, besprechen Schwerpunktthemen und hören uns an, was den Vereinen unter den Nägeln brennt“, berichtet der Leiter der Geschäftsstelle aus der Arbeit des Kreisverbandes.

Dennoch ist die Wiederbelegung von Parzellen nicht einfach. „Junge Eheleute mit Kindern sind nicht mehr für einen Kleingarten zu begeistern“, müssen Bretschneider und Falk feststellen. Aber dafür zeigen immer wieder Migranten ihr Interesse für einen Garten. Gute Erfahrungen gemacht hat die Gartensparte „Perlegrund“. „Unsere Gärten sind sehr gefragt“, so der Vorsitzende Hubert Pinick. „Doch ein Grundstück wollte niemand haben, es verwilderte zusehends.“ Durch den Kontakt eines Spätaussiedlers, der seit über zehn Jahren Mitglied der Sparte ist, kam ein Tschetschene mit seiner Familie und machte die Fläche wieder urbar, legte Beete an, säte und pflanzte. Auch der alte Wohnwagen wurde entrümpelt und eingerichtet. „Er wollte raus aus der Platte“, sagt Hubert Pinick. „Fast jeden Tag ist er allein oder mit der Familie hier. Und der Garten ist ein Schmuckstück geworden.“

Im „Perlegrund“ hat auch Arved Lauterbach seit 40 Jahren eine Parzelle. „Wir sind wieder abgesoffen“, sagt er mit Blick auf die völlig nasse Fläche, wo seine Kartoffeln standen. „Aber wir geben nicht auf“, meint er, denn Hochwasser haben sie hier des öfteren. Für ihn ist der Garten der Ort an der frischen Luft, wo es immer etwas zu tun gibt.

Ansonsten liegt der Leerstand in den Perleberger Kleingartenanlagen bei 20,03 Prozent. Dieses Problem könne nur mit den Kommunen gemeinsam gelöst werden. „So gibt es Projekte gemeinsam mit der LEB Friesack, wo mit MAE-Kräften Gartenland bewirtschaftet wird. Die Ernte wird an die Tafel und den Perleberger Tierpark abgegeben“, so Gerhard Bretschneider.

Im geplanten Gespräch mit Bürgermeisterin Annett Jura soll beraten werden, wie eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Kleingärtnern aussehen kann.  

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