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Sorge beim Prignitzer Kreisverband : Leere Lauben sind ein Problem

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreisverband der Gartenfreunde fehlt Geld für die vorgeschriebene Entsorgung / Immer mehr Pächter geben in der Prignitz auf

Sie wollen nicht jammern, auch nicht um Geld betteln, aber die Prignitzer Kleingärtner wollen auf ihre Probleme aufmerksam machen. Sinkende Mitgliederzahlen, weniger Einnahmen und Aufgaben, für deren Erledigung das nötige Geld fehlt, fasst Jörg Swierczinski, Vorsitzender des Kreisverbandes Gartenfreunde e. V., die Problemlage zusammen. Er nutzte die Möglichkeit, im kreislichen Landwirtschaftsausschuss den Verein vorzustellen. 3711 Kleingärten, 57 Vereine an neun Standorten. Bis dahin klingen die Zahlen gut. „Bewirtschaftet sind aber nur 2867 Gärten“, macht Jörg Swierczinski eine erste Einschränkung. Im Umkehrschluss bedeutet das: 821 Gärten werden nicht mehr bewirtschaftet.

Wenn in so einem Fall der Pachtvertrag beendet wird, muss der Eigentümer den Garten renaturieren, alle errichteten Bauten wieder entfernen. Aber das geschehe nur in den seltensten Fällen, so Swierczinski. Einerseits achten manche Vereine nicht mit der gebotenen Strenge darauf, andererseits fehle dem Pächter oft das Geld für einen Rückbau. Nicht selten ende eine Pacht altersbedingt.

„Für den Rückbau ist dann automatisch der Kreisverband zuständig und für diese Aufgabe fehlt uns das Geld“ , gibt der Vorsitzende zu. Einzige Einnahme des Vereins seien die Mitgliedsbeiträge und die gehen Jahr für Jahr zurück. „Allein im vergangenen Jahr verloren wir 101 Mitglieder“, so Swierczinski.

Deshalb nutzte er den Besuch im Ausschuss und bat die Abgeordneten sowie den Kreis, Möglichkeiten zu prüfen, wie sie in dieser Sache helfen könnten. Zumindest den Rückbau und das Zerlegen der Lauben würden die Vereine größtenteils noch selbst bzw. über geförderte Arbeitsmaßnahmen realisieren. „Aber Abtransport und Entsorgung sind für uns nicht zu finanzieren.“

Der Ausschussvorsitzende Paul Stets machte bei allem Verständnis wenig Hoffnung, aber die zweite Beigeordnete, Dr. Sabine Kramer, versprach, mögliche Hilfen zu prüfen. Das sei ein Hoffnungsschimmer, so Jörg Swierczinski.

Auch wenn die Zahl der bewirtschafteten Gärten rückläufig ist, gebe es zunehmend junge Familien, die einen Garten pachten. Auch mit der Tafel in Perleberg habe der Verband gute Erfahrungen gemacht. Sie nutzt mehrere Gärten für den Obst- und Gemüseanbau. Die Erträge bereichern das Angebot der Prignitzer Tafeln. Reserven sieht Jörg Swierczinski bei den Grundschulen. Bisher seien sie auf wenig Zuspruch gestoßen, wenn sie Schulgärten angeboten hätten. Eine Ausnahme bildet Bad Wilsnack. Dort werde seit mehreren Jahren erfolgreich Schulgarten in den Unterricht mit eingebunden. Geht es nach Swierczinski, sollten viel mehr Schulen diesem Beispiel folgen.

 

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