Europäische Störe sollen wieder angesiedelt werden : "Lebende Fossilien" für die Havel

Jörn Geßner leitet ein Projekt, mit dem der Stör  wieder heimisch werden soll. landesfischereiverband berlin-brandenburg
Jörn Geßner leitet ein Projekt, mit dem der Stör wieder heimisch werden soll. landesfischereiverband berlin-brandenburg

Der Europäische Stör soll hierzulande wieder heimisch werden. Nachdem die Fische in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in Flüsse gesetzt worden sind, kamen gestern exakt 1125 Exemplare auch in die Havel.

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26. September 2012, 10:30 Uhr

Pritzerbe/Berlin | Der Europäische Stör soll hierzulande wieder heimisch werden. Nachdem die Fische in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in Flüsse gesetzt worden sind, kamen gestern exakt 1125 Exemplare auch in die Havel. Fachleute nahmen die Tiere am Wehr Bahnitz bei Pritzerbe (Potsdam-Mittelmark) aus Behältern und setzten sie in den Fluss. Die Experten hoffen, dass sie sich künftig so vermehren, dass von einem stabilen Bestand die Rede sein kann.

Denn der Europäische Stör ist in Deutschland ausgestorben, wie Projektleiter Jörn Geßner in Berlin erklärte. Die Havel wiederum sei einer der "historischen Störflüsse". Die jetzt geplante Aktion sei ein weiterer Schritt, um die Wiederansiedlung des Tiers im deutschen Einzugsgebiet der Nordsee vorzubereiten. Im vergangenen Jahr hatten laut Geßner 250 Störe in der Havel einen neuen Lebensort gefunden. Fachleute haben darüber hinaus immer wieder Störe in die Elbe gesetzt - länderübergreifend. Bis Ende 2012 sollen es dort 10 000 Störe sein, wie Geßner erläuterte. "Ziel ist, 100 000 Fische pro Jahr in die Elbe zu setzen." Einige der in die Flüsse entlassenen Störe sind mit gelben Fähnchen bestückt, damit Finder sie erkennen und möglichst den Experten melden.

Diese können so die Wanderbewegungen nachvollziehen und Informationen für ihr Projekt gewinnen. Gestern kamen Störe im Alter zwischen zweieinhalb und 14 Monaten in die Havel, wie Geßner erläuterte. Sie seien zwischen sieben und 35 Zentimeter lang. Die älteren Fische würden vermutlich in zwei bis drei Wochen über die Elbe in die Nordsee schwimmen - und Jahre später wieder in die Flüsse zum Laichen kommen.

An dem Projekt sind das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin sowie die Gesellschaft zur Rettung des Störs in Rostock beteiligt. In diesem Jahr stehen den Angaben zufolge 10 000 Jungfische zur Verfügung, die aus Vermehrungen in Frankreich stammen. Das Projekt zur Wiederansiedlung der Störe dauert Geßner zufolge noch mindestens 15 Jahre, denn es braucht seine Zeit, bis die Fische sich vermehren können. Sie sind "lebende Fossilien": Spuren reichen bis in die Zeit der Dinosaurier zurück. Der Stör soll auch als "Wegbereiter" für andere Fischarten funktionieren. Auch der Grenzfluss Oder hat in den vergangenen Jahren immer wieder Störe aufgenommen. Bei ihnen handelt es sich nach Angaben Geßners allerdings nicht um den Europäischen, sondern den Baltischen Stör.

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