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Der Prignitzer

21. November 2017 | 07:15 Uhr

Leben mit dem Biber

vom

svz.de von
erstellt am 18.Nov.2011 | 10:45 Uhr

Prignitz | Der Biber hat sich im Landkreis Prignitz eingerichtet. 77 Familien der großen Nagetiere haben die Mitarbeiter der Naturwacht im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg zwischen Quitzöbel und Gaarz registriert. "Damit ist offenbar ein natürliches Bestandsmaximum erreicht", schloss Jürgen Herper von der Naturwacht, der gestern in seinem Vortrag auf der Jahrestagung der Biosphärenreservatsverwaltung das seit einem Jahr etablierte Bibermanagement vorstellte. "Es ist inzwischen so weit, dass immer häufiger Revierkämpfe mit tödlichem Ausgang ausgetragen werden, zudem hat sich die durchschnittliche Zahl der Jungtiere von vier auf zwei reduziert", so Herper. Bereits seit 2003 beobachtet die Naturwacht im Auftrag des Landesumweltamtes die Entwicklung der Population in einem Monitoringprogramm. Aus der inzwischen fast flächendeckenden Besiedlung des Biosphärenreservats und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Hochwasser- und Naturschutz habe sich aber die Notwendigkeit ergeben, aktiv mit dem Biber umzugehen. "Natürlich liegt der Fokus dabei auf dem Hochwasserschutz, denn vor allem die Vorlandbiber suchen bei hohen Elbpegeln spätestens dann, wenn die eigenen Notburgen überspült werden, nicht selten Schutz in den Deichen", sagt Herper. Hier sei es notwendig, die Tiere durch gezielte Maßnahmen wie künstlich angelegte Burgen so zu lenken, dass Schäden an Hochwasserschutzbauten möglichst vermieden werden.

Im Laufe der Jahre habe das Bibermonitoring eine Vielzahl von Erkenntnissen zum Verhalten der Tiere bei Hochwassersituationen gebracht. "Wo wandern sie im Flutfall hin, welche alternativen Plätze besiedeln sie, all das kann jetzt im Bibermanagement genutzt werden."

Welche Rolle dabei auch die Öffentlichkeitsarbeit spielt, machte Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz in der Kreisverwaltung, deutlich. "Es gibt kaum Literatur über Situationen wie unsere, in der der Biber ein Gebiet mit umfangreichen Hochwasserschutzanlagen neu besiedelt. Aus diesem Grund ist geplant, unter Leitung des Wasser- und Bodenverbandes eine Publikation zu erstellen, um unsere Erkenntnisse Hochwasserschutzkräften zugänglich zu machen." Eine Förderung für die Publikation sei zugesichert, so Lindow.

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