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Kleingärten vor dem Aus : Lauben verschwinden aus der Waldhöhe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kleingartenverein in Karstädt befindet sich in der Auflösung

In den Kleingärten der Anlage „Waldhöhe“ in Karstädt neben der Tankstelle wird mächtig gearbeitet. Vier ABM-Kräfte der LEB Quitzow sind im Auftrag des Kreisverbandes Gartenfreunde e. V. Prignitz dabei, auf den Parzellen klar Schiff zu machen. Weitere Kräfte ernten das Obst und Gemüse, das der Tafel zu Gute kommt. Es ist das traurige Ende der Kleingartenanlage. „Wir wurden ja nach der Wende immer weniger. Zuvor waren wir immer noch so um die 20 Pächter. Zuletzt waren wir aber nur noch neun. Das rentiert sich nicht mehr“, sagte Gerhard Seehagen, der langjährige Vorsitzende des Karstädter Kleingartenvereins „Waldhöhe e. V.“ Der Verein befindet sich in Auflösung und hat alles dem Kreisverband übergeben, der der Pächter gegenüber den Eigentümern der Fläche ist.

„Man hat ja nicht jeden Tag mit einer Vereinsauflösung zu tun. Wir wollten das schon vor zwei Jahren. Uns hat aber niemand gesagt, wie man das und die Kündigung der Mitgliedschaft im Kreisverband machen muss. Für dieses Jahr mussten wir noch die Pacht bezahlen“, sagt Gerhard Seehagen, der aber zugibt: „Am Ende war es mein Fehler, ich hätte auch fragen können, was man für eine Auflösung alles tun muss.“

Die noch vorhandene Gartenkasse wurde für die anstehende Pacht für dieses Jahr verwendet, den Rest „bettelte“ sich der Vorsitzende bei den Pächtern noch zusammen. „Zuletzt musste jeder um die 150 Euro zahlen, wir haben ja den Leerstand mitbezahlt. Das lohnt sich für die paar Gurken und Tomaten nicht“, weiß Seehagen. Die noch verbliebenen Mitglieder hatten sich dementsprechend für die Vereinsauflösung ausgesprochen. „Es fehlt einem schon das abendliche Zusammensitzen bei einem Bier. Aber es ging nicht mehr“, so der 59-Jährige, der darüber informiert ist, dass der eine oder andere in die noch verbliebenen Karstädter Anlagen „Die Erholung“ oder „Feierabend“ gewechselt sind. „Auf dem Lande oder in Kleinstädten wie Perleberg, Wittenberge oder hier in Karstädt kann man den Bestand nicht halten. Die Pächter werden immer älter und so werden es immer weniger. Viele haben ja heute ihr eigenes Haus mit Garten“, meint der Karstädter.

Die Waldhöhe, die 1988 gegründet wurde, hat etwa 50 Parzellen. Es geht jetzt nicht nur um die zuletzt neun bewirtschafteten. Es herrschte ein großer Leerstand. Und das alles zusammen zurückzubauen, ist jetzt Aufgabe des Kreisverbandes als Pächter. „Plötzlich waren es noch 21 Lauben. Wir sind jetzt für alles verantwortlich und müssen die Grundstücke räumen“, sagt der Kreisverbands-Vorsitzende Jörg Swierczinski.


 

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