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Kleingärtner : Lauben-Rückbau in der Waldhöhe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreisverband in der Pflicht, Karstädter Kleingartenanlage nach Auflösung des Vereins zu räumen / Hilfe bei der Abfuhr des Materials

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 12:00 Uhr

„Unsere Schlussfolgerung daraus muss sein: Wenn ein Pächter aufhört, muss er sich dazu verpflichten, eine gänzlich geräumte Fläche zuhinterlassen. In der Vergangenheit wurden mehrere Augen zugedrückt“, sagt Jörg Swierczinski, der Vorsitzende des Kreisverbandes Gartenfreunde Prignitz e. V. Der Verband hat jetzt das Problem, dass er die Kleingartenanlage „Waldhöhe“ in Karstädt zurückbauen muss. Der Verein hatte sich zum Jahresende aufgelöst und den Pachtvertrag mit dem Kreisverband gekündigt. Von den ehemals gut 40 Pächtern in dem 1987 gegründeten Kleingartenverein „Waldhöhe“ waren zuletzt nur noch neun aktiv. Der einstige Vorsitzende Gerd Seehagen hatte im vergangenen Herbst dem „Prignitzer“ gesagt: „Wir müssen die Pacht für die anderen ja mitbezahlen und für die paar Gurken und Tomaten lohnt sich das nicht mehr.“

So war zum Jahresende Schluss und der Kreisverband, der der Pächter gegenüber den Bodeneigentümern ist, steht nun in der Pflicht, bei seiner Auflösung des Pachtvertrages ein freies Gelände übergeben zu müssen.

Aber das gestaltet sich alles andere als einfach. Im vergangenen Herbst hatten im Auftrag des Verbandes bereits ABM-Kräfte von der LEB Quitzow das Obst und Gemüse für die Tafel eingesammelt und auch mit der Zerlegung der Lauben angefangen. „Aber das schaffen wir nicht allein“, so Swierczinski. Immerhin müssen in der „Waldhöhe“ 20 Lauben zurückgebaut werden. „Pro Laube kostet das 3000 bis 3500 Euro, und das mal 20, da weiß man, was da rauskommt“, rechnet der Vorsitzende vor. Für einen gemeinnützigen Verein, der nur von seinen Mitgliedsbeiträgen lebt, nicht zu stemmen.

Vergangene Woche sprach Swierczinski im Landwirtschaftsausschuss des Kreistages vor und bat um Hilfe, dass man vielleicht Betriebe finden könnte, die beim Rückbau helfen. Karstädt ist der erste Rückbau in diesem Ausmaß im Kreis, wie Swierczinski betont, der insgesamt rund 800 leerstehende Parzellen in Wittenberge (413), Perleberg (123), Pritzwalk (60) und Karstädt (195) in seinem Verband zählt.

Kurzerhand ergab sich in der vergangenen Woche dann, dass die PS Kieswerke GmbH aus Perleberg Groß Buchholz bei der Abfuhr der Rohstoffe wie Beton behilflich sein will, wenn alle Voraussetzungen geschaffen sind. „Auch wir werden versuchen, zu helfen“, sagt Karstädts Bürgermeister Udo Staeck. In der nächsten Woche will man sich erst noch einmal mit den Alt-Pächtern zusammensetzen. Alle ausfindig zu machen, sei aber kaum möglich.

Swierczinski denkt auch über einen gemeinsamen Frühjahrsputz der Alt-Pächter nach. Denn Türen und Fenster müssen noch ausgebaut werden. Vielleicht könne ja jemand Holz gebrauchen. Auch die Abfuhr des Sondermülls müsse noch geklärt werden. Eine Lösung solle schnell kommen. Der Kreisverband weiß, dass ein Landwirt einen Teil der Fläche pachten möchte. Damit wäre dann allen gedient.  

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