Fleischwaren im Internet verkauft : Lanzer Wurst europaweit gefragt

Torsten Schmelzer
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Torsten Schmelzer

Landfleischerei Schmelzer geht neue Wege und bietet ihre Produkte auch über das Internet an

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07. Februar 2018, 21:00 Uhr

In die ehemalige Kaufhalle in Lanz ist wieder Leben eingezogen. Nachdem das Anfang der 1970er Jahre errichtete Gebäude in der Dorfmitte viele Jahre lang ein Dasein als Lagerhalle fristete, betreibt der ortsansässige Fleischermeister Torsten Schmelzer nun von hier aus einen Online-Handel mit seinen Fleisch- und Wurstprodukten.

Die über den hauseigenen Shop im Internet zu bestellende Lanzer Blasenmettwurst, die geräucherte Gänsebrust oder verschiedene Wildwurstsorten sind mittlerweile nicht nur in allen Ecken Deutschlands in aller Munde, sondern werden auch europaweit vertrieben.

In großen roten Buchstaben prangt „www.wurst-die-schmeckt.de“ am weißen Gebäude direkt an der B195. „Der Kunde legt wieder Wert auf Qualität. Und der Online-Handel ist der Markt der Zukunft und hat sehr großes Wachstumspotenzial“, meint Torsten Schmelzer, der das mittlerweile über sieben Jahrzehnte alte Familienunternehmen in dritter Generation und zu neuen Wegen führt. 1946 hatte Opa Günther Koch seine Schlachterei mit Verkaufsladen in Lanz gegründet. Vater Wilfried, der die Landfleischerei später übernahm und heute noch ab und an in der zweiten Filiale des Unternehmens in Lenzen aushilft, hatte das zu DDR-Zeiten florierende Geschäft mit Fleisch und hausgemachter Wurst danach auch durch die unsicheren Zeiten der politischen Wende gesteuert. Doch wie bei anderen Einzelhändlern auch, machte sich bei den hiesigen Fleischern die Konkurrenz der billig anbietenden Supermärkte bemerkbar. Torsten Schmelzer sah sich nach anderen Verkaufswegen um. „Angefangen hat alles 2005. Ein Stammkunde, der von Lanz ins Ausland gezogen war, hat seine heimische Wurst vermisst und angefragt, ob ich ihm nicht welche schicken kann“, erinnert sich der 40-jährige Fleischermeister aus dem Geburtsort von Turnvater Jahn. „Das hat mich auf die Idee gebracht, den Online-Handel aufzubauen. 2010 haben wir dann richtig losgelegt und auch das Marketing ausgebaut“, erinnert sich Schmelzer. So erhöhte sich der Versandanteil der nach alten Rezepten hergestellten und selbst geräucherten Wurst – parallel zum eigentlichen Tagesgeschäft – immer weiter.

Der Zuspruch aus dem weltweiten Netz wurde schließlich so groß, dass „wir dann schnell an unsere Grenzen gekommen sind“, berichtet Torsten Schmelzer. Trotz Ausbaus reichte der Platz auf dem Lanzer Firmengelände Am Ring 1 nicht mehr aus. In dem ehemaligen Dorfkonsum fand der Fleischermeister eine Alternative, ließ ihn komplett sanieren. So entstand auf 350 Quadratmetern ein modern eingerichtetes Lager mit Kühl-, Versand- sowie Büro- Personalräumen. 2000 bis 3000 Pakete mit Delikatessen aus der Schmelzerschen Produktion, verpackt in dreifach gedämmten und mit Kühlakkus versehenen Versandtaschen, verlassen monatlich das kleine Dorf bei Lenzen. 90 Prozent davon, so Schmelzer, landen in den Kühlschränken von Privatpersonen. Besonders vor den Weihnachtsfeiertagen brummte das Geschäft. Um dem erhöhten Arbeitsaufkommen gerecht zu werden, stellte der Lanzer weitere fünf Arbeitskräfte – vier davon in der Packstation – ein und erhöhte damit die Anzahl seiner Angestellten auf 14. „Wichtig ist ein gutes Team und ich kann mich auf meine Leute verlassen“, ist sich Torsten Schmelzer sicher.


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