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Bericht im Kreistagsausschuss : Landwirte suchen Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schlechtes Image und demografischer Wandel setzen der Branche zu / Kinder sollen mit Projekten begeistert werden

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 22:00 Uhr

Die Landwirte in der Prignitz plagen Nachwuchssorgen. Das erklärte Marina Maaß vom Kreisbauernverband am Mittwochabend den Mitgliedern des Landwirtschaftsausschusses des Kreistags in Perleberg. „Der Großteil der Mitarbeiter ist um die 50 Jahre alt. Im Vergleich zu anderen Berufen stehen wir etwas schlechter da“, so Maaß.

Gab es im Jahr 2007 insgesamt noch rund 43 000 Auszubildende in den sogenannten grünen Berufen in Deutschland, waren es 2014 nur noch 33 000. Die meisten Lehrlinge (ca. 12 000) wollten Gärtner werden, gefolgt vom Landwirt (9000) und dem Gartenbaufachwerker (etwa 3000). „Bei den Tierwirten hatten wir in der Prignitz die größten Probleme. Da gab es 2014 keinen Lehrling“, so Maaß.

Gründe für diesen Abwärtstrend gibt es mehrere. Neben der grundsätzlichen demografischen Entwicklung in der Prignitz zählen auch das schlechte Image, die stark von den Betrieben abhängigen Verdienstaussichten sowie die Wochenend- und Schichtarbeit dazu. „Außerdem darf die zunehmende Technisierung nicht unterschätzt werden. Dadurch ist der Bedarf an Arbeitskräften gesunken“, gab Maaß zu bedenken. Ein weiterer Punkt seien die mangelnden Kompetenzen einiger Bewerber. „Noten und Umgangsformen lassen manchmal zu wünschen übrig“, so Marina Maaß. In der Prignitz existieren 580 landwirtschaftliche Betriebe, davon 344 im Haupterwerb. Sie bewirtschaften 140 000 Hektar Nutzfläche. Allerdings bilden nur 80 Unternehmen grundsätzlich aus. „Doch nicht alle sind aktiv“, weiß Marina Maaß.

Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, müssen die Betriebe noch intensiver auf Schüler zugehen. „Die Projektarbeit zu landwirtschaftlichen Themen in den Schulen ist eine Chance, die Kinder für die Landwirtschaft zu interessieren“, so Maaß. Neben Exkursionen aufs Land böten auch Auftritte bei Messen oder dem morgigen Karrieretag in Wittenberge eine gute Plattform, für sich zu werben. „Ich erlebe in meiner Arbeit, dass die Kinder Spaß an der Natur und an den Tieren haben“, erklärte Maaß, die an dem Projekt „Land aktiv“ mitwirkt. Darüber sollen Kinder und Jugendliche erkennen, welche Rolle den grünen Berufen in ihrem Leben zukommt. „Viele wissen gar nicht, welche regionalen Produkte es gibt“, fügte Maaß an.

Dabei bilden diese einen der Schwerpunkte in der Trendanalyse 2030 für die Prignitz. In dem Bericht heißt es: „Die Landwirtschaft trägt wesentlich zur Erhaltung der Funktionen der Region als Siedlungs-, Wirtschafts- und Erholungsraum bei.“ Demnach ist die regionale Herkunft von Produkten für mehr als die Hälfte der Deutschen wichtig. Marina Maaß sieht die Regionalität als solche nicht in Gefahr. „Wir haben zwar Nachwuchsprobleme, aber die sind in anderen Branchen noch größer.“

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