Getreideernte in der Prignitz : Landwirte starten in die Erntezeit

Beim Getreide erwartet der Kreisbauernverband Prignitz durchschnittliche bis gute Erträge.

svz.de von
05. Juli 2014, 08:00 Uhr

Die Prignitzer Landwirte stehen in den Startlöchern, um in die Getreideernte zu starten. Während im Bereich Karstädt die ersten Schläge bereits abgeerntet sind, wird es im Perleberger und Pritzwalker Raum noch eine Tage dauern. „Wir hatten im Landkreis unterschiedlich viele Niederschläge und weil es in Pritzwalk in den letzten Tagen noch viel regnete, können wir hier noch nicht loslegen“, sagt Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz (KBV).

Beim Getreide erwartet man eine durchschnittliche bis gute Ernte. Auch wenn es vielen Prignitzern nicht so vorkommt: „Wir haben auch in diesem Jahr bisher ein Niederschlagsdefizit von etwa 100 Litern pro Quadratmeter. Der Winter war zu trocken und das Frühjahr zum Teil ebenfalls“, heißt es von den Landwirten. Sie stellten ihre Prognosen für die anstehende Ernte auf dem Hof von Axel Liedtke in Schönhagen bei Pritzwalk vor.

640 Hektar bewirtschaftet Liedtke, vorrangig Getreide und Raps baut er an. „Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben haben für mich ein zu hohes Risiko bei der Vermarktung“, so Liedtke. Ihm wie auch den anderen Landwirten sei es wichtig, den Prignitzern vor Augen zu führen, dass nun für die Landwirte eine anstrengende und arbeitsreiche Zeit beginnt. „Wir sind bei der Ernte auf gutes Wetter angewiesen und da kann es dann nach Regentagen auch vorkommen, dass wir bis in die Nachtstunden hinein dreschen müssen. Das ist kein böser Wille und wir wollen auch niemanden ärgern“, sagt Liedtke, aber die Landwirte unterliegen nun mal den Zwängen der Natur, die auch sie nicht steuern könnten. „Die Menschen, die in den Dörfern aufgewachsen sind, haben ja auch Verständnis dafür. Oftmals sind es diejenigen, die zugezogen sind, die keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft haben und sich da oft gestört fühlen“, so Liedtke. Christina Stettin, Geschäftsführerin des KBV ergänzt: „Die Landwirte nehmen schon Rücksicht, ernten am Tage die Felder an den Ortslagen ab und in den Abend- und Nachtstunden dann die Schläge weiter von den Orten entfernt.“

Wenn die großen Erntemaschinen von den Feldern umgesetzt werden, bitten die Landwirte vor allem die Autofahrer um Rücksichtnahme. „Wir verursachen nicht absichtlich einen Stau, aber die Maschinen können nicht schneller fahren. Sie sind zumeist sehr groß und oft schwer auf den schmalen Straßen zu bewegen“, sagt Axel Liedtke.

Auch bei den anderen Feldfrüchten wird es wohl in diesem Jahr eine durchschnittliche Ernte geben. Bei den Kartoffeln sehe es im Moment recht gut aus, über die Maisernte werden die Niederschläge im Juli und August entscheiden, hieß es. Die Landwirte machen noch einmal deutlich, dass sie für Transparenz stehen und Prignitzern gern ihre Höfe zeigen und ihre Arbeit erläutern. „Wir erzeugen hochwertige Lebensmittel und das mit der notwendigen Verantwortung. Auch wenn wir zum Beispiel gegen Schädlinge oder Unkräuter spritzen müssen, verwenden wir so geringe Dosierungen wie es geht. Denn auch das kostet Geld und schmälert unter dem Strich unseren Ertrag“, sagt Pawlowski.

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