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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 16:10 Uhr

Prignitz : Landwirte reagieren auf Kritik

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vorstand des Kreisbauernverbandes Prignitz wehrt sich vehement gegen den Generalverdacht gegenüber ihrem Berufsstand.

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Es reicht, das Fass ist übergelaufen. „Wir haben die Anfeindungen und Unterstellungen satt“, sagen Robert Hagemann und Sandra Perabo vom Vorstand des Kreisbauernverbandes Prignitz unisono und geben damit die einhellige Meinung des gesamten Vorstandes wieder. Der traf sich gestern bei Edwin Grönboldt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Quitzow. „Der gesamte Berufsstand der Landwirte ist zu Unrecht an den Pranger gestellt“, sagt der Vorsitzende Lothar Pawlowski. Und sie verhehlen alle nicht, dass sie sauer sind.

Denn in der jüngsten Vergangenheit stehen alle Landwirte nach ihrer Auffassung – gerade was die Massentierhaltung angeht – unter Generalverdacht. Und das will der Vorstand des Kreisbauernverbandes so nicht mehr hinnehmen. „Die Ergebnisse der Grünen Woche zeigen, dass der Verbraucher mehr Wert auf Regionalität legt. Wir können mit unseren Tierproduktionsanlagen die Versorgung und Regionalität sichern. Das geht aber nur, wenn man im Einklang mit den Bürgern solche Tierproduktionsanlagen auch zulässt“, sagt Lothar Pawlowski. Die Nutztierhaltung sei schon immer ein Kompromiss gewesen. In Deutschland sei die Messlatte aber am höchsten angelegt. „Die Haltung wird immer besser, helle, große gut belüftete Ställe. Noch nie ging es den Mitarbeitern und den Tieren in der Landwirtschaft so gut wie heute“, betont Robert Hagemann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und selbstständiger Landwirt aus Kuhstorf.

Die Prignitzer Landwirte, die rund 70 Prozent der Fläche des Landkreises bewirtschaften, fühlen sich in ihren Dörfern akzeptiert. Darum geht es ihnen auch nicht vorrangig. Sie wollen ihren Berufsstand gerade in den Städten in das ihm gebührende Licht rücken. „Wir sind in Deutschland in der glücklichen Lage uns selbst zu versorgen“, sagt Hagemann. Er und Sandra Perabo, Vorstandsvorsitzende der Tierzuchtgenossenschaft Gulow, führen an, dass „wir ein Luxus-Problem haben beim Überangebot im Supermarkt.“ Viele Verbraucher schauen auf die Preise, weniger auf die Herkunft. Allerdings haben die Landwirte als Produktionsbetriebe keinerlei Einfluss auf die Vermarktung. Ganz klar distanzieren sie sich von einer Verbrauchertäuschung.

Ihnen allen ist bewusst, dass das Tierwohl die Gesellschaft bewegt, aber „jeder, der uns kritisiert, sollte sich zu erst einmal überhaupt informieren. Dafür stehen wir jederzeit zur Verfügung. Wir haben nichts zu verstecken“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz, Christina Stettin. Jeder könne sich vor Ort umsehen und diskutieren. Die Landwirte wollen mit noch mehr Transparenz gegen den Generalverdacht vorgehen. Dass sie sich von illegaler Ferkel-Tötung und nicht artgerechter Haltung auch ganz klar distanzieren, wie jüngst die Verdachtsfälle nach Einleitung von Verfahren gegen die Ferkelzucht Pinnow GmbH und die Prignitzer Landschwein GmbH & Co. KG in Neudorf öffentlich wurden, ist für sie selbstverständlich.

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