Wir in Bentwisch : Landwirt mit 45 Jahren Erfahrung

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Gerhard Müller betreibt in Bentwisch mit Erfolg seinen Agrarbetrieb

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24. März 2016, 05:00 Uhr

Will ein Landwirt heute bestehen, muss er mehrere Standbeine haben, sehr gut wirtschaften können und den Mut haben, sich von den Dingen zu trennen, die nicht wirtschaftlich sind, sagt Gerhard Müller. Als studierter Landwirt, der in Bentwisch lebt und dort auch seinen Agrarbetrieb betreibt, weiß er aufgrund seiner über 45-jährigen Berufserfahrung, wovon er redet. In einem kleinen Büro auf dem Betriebsgelände werden die Entscheidungen über den Ackerbau und die Viehzucht getroffen. Ein leerer Milchviehstall zeugt davon, dass sich dieser Zweig nicht mehr rentiert, und auch die Schweinehaltung sei für seinen Betrieb nicht rentabel. Denn nur, wenn riesige Bestände gehalten würden, würde dieses wirtschaftlich sinnvoll sein, aber dieses wolle er nicht.

Ärger ist ihm ins Gesicht geschrieben, als er sagt „in Deutschland wird die ganze Veredlung mit Füßen getreten“. Viele Menschen würden Nahrungsmittel zu Dumping-Preise erwarten. „Das funktioniert nicht.“

Seit acht Jahren ist eine Biogasanlage Bestandteil des Betriebes, und die sei heutzutage ein wichtiger Wirtschaftszweig, so Müller. Der Landwirt verweist auf die rund vier Millionen Kilowatt, die durch eine solche Anlage in das öffentliche Netz eingespeist werden. Dabei wird aus Biogas Strom hergestellt.

Der Müllersche Agrarbetrieb setzt in den letzten Jahren als Nutzer des Grünlandes auf die Mutterkuhhaltung. Dabei befinden sich durchschnittlich 130 Tiere auf den Weiden, die durch den Betrieb bewirtschaftet werden. Von 1142 Hektar Land – eigenes und gepachtetes – im Bereich Bentwisch, Wittenberge sowie Weisen und Breese, wird auf zirka 800 Hektar Ackerbau betrieben. Die andere Fläche wird als Grünland genutzt. Die Hälfte der Ackerbaufläche dient dem Maisanbau, der neben der Gülle als „Futter“ für die Biogasanlage fungiert.

In diesem Jahr will sich Gerhard Müller als Geschäftsführer zurückziehen. Er habe Glück, sagt er. Denn seine beiden Töchter würden den Fortbestand des Betriebes sichern. Dieses freut ihn, „denn man hat doch in 25 Jahren nicht alles aufgebaut, um es dann an Fremde verkaufen zu müssen.“ Schwiegersohn Sebastian Gerloff wird Geschäftsführer.

Gerade wurde für den Betrieb ein neuer John Deere-Traktor angeschafft. Es handelt sich um eine große Investition. „Aber zeitgemäße Technik muss sein“, sagt Müller, „um den Betrieb rentabel zu führen, der mit sechs Personen, einschließlich ihm selbst und einer Mitarbeiterin im Büro, bewirtschaftet wird.  

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