Museum : Landschaften aus Strumpfgarn

Professor Ellen Mäder-Gutz „malt“ ihre kraftvollen Landschaften und andere künstlerische Objekte mit Textilien.
Professor Ellen Mäder-Gutz „malt“ ihre kraftvollen Landschaften und andere künstlerische Objekte mit Textilien.

Farbige Textilmaterialien verliehen den Landschaften von Professor Ellen Mäder-Gutz ihren besonderen Reiz

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10. August 2020, 12:00 Uhr

Eine Ausstellungseröffnung ist in einer gutgeführten Kulturstätte wie dem Modemuseum Schloss Meyenburg eigentlich nichts Besonderes. Einer von mehreren Höhepunkten im Jahresprogramm. Eine stimmige Eröffnung und der Betrieb geht mit neuem Schwung und mehr interessierten Besuchern weiter. Doch mit „Landschaft im Fadenkreuz“ ist es anders. Nicht nur, weil Landschaftsbilder kein Alltag in einem Modemuseum sind. Auch nicht nur, weil die Arbeiten von Professor Ellen Mäder-Gutz ungewöhnlich sind. Nein, die Sonderausstellung wird die einzige des Jahres bleiben. Für das Frühjahr konzipiert musste sie verschoben werden. Ihre Nachfolgerinnen sind erst 2021 zu sehen. „Sie kommen aber alle“, verspricht Leiterin Irena Berjas.

Seit Juli ist das Modemuseum nach mehrwöchiger Schließung wieder geöffnet. Der Besuch ist gut. „Die Menschen haben Hunger nach Kunst und Kultur“, kommentiert Irena Berjas die starke Resonanz. Ellen Mäder-Gutz sieht es ähnlich. Es sind vor allem Individualtouristen, die nach Meyenburg kommen. Busgruppen gibt es kaum, was Irena Berjas mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht. Auf einem Schlag 40 oder mehr Besucher würden dem Museum gut tun. Aber unter Corona-Bedingungen sind große Gruppen kaum zu handhaben, der größte Raum, der auch zur Vorstellung des Museums genutzt wird, fasst maximal 30 Gäste.

Also deshalb wurde auch die besucherträchtige Eröffnung der Sonderausstellung auf drei Tage verteilt, mit einem Konzert von Barbara Thalheim als Abschluss.

Für Ellen Mäder-Gutz ist die ungewöhnliche Form kein Problem, sie kommt aus dem Nachbarort Freyenstein. Im Zentrum ihrer Ausstellung stehen Landschaften, aber keine gemalten. Die Künstlerin arbeitet mit getöntem Strumpfgarn statt Farben. Wie bei ihren anderen Arbeiten, sie ist auch Bildhauerin und Grafikerin, behält das Material seine Struktur, diese tritt aber hinter der Gestaltung zurück. Je größer der Abstand zu ihren Landschaften ist, um so mehr wirken sie wie gemalt, tritt das Garn hinter dem Bildeindruck zurück.

Textilarbeiten fertigt Ellen Mäder-Gutz bereits seit einiger Zeit an als Teil ihres breiten künstlerischen Schaffens. Es ist aber nach Bramsche 2019 erst die zweite Ausstellung, in der Landschaften die Hauptrolle spielen. Im Sonderausstellungsbereich des Modemuseums kommen sie besonders gut zur Geltung.

Die Vielfalt der Formen, Farben und Materialien spiegelt nicht nur die vielen Ideen der Künstlerin wider. Ellen Mäder-Gutz sieht sie auch als Mittel, um Routine zu vermeiden. Jede Rückkehr nach einem Ausflug in ein anderes Kunstfeld ist für sie ein Neubeginn. Und während Skulpturen viel Zeit brauchen, ist eine textile Landschaft oder Grafik schneller umgesetzt.

Ellen Mäder-Gutz gestaltet vom 4. bis 6. September auch auf Anmeldung einen „Kreativ Weben“ Workshop.

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