Landrat ohne Schonfrist

svz.de von
11. Dezember 2013, 00:37 Uhr

Kein langes Taktieren, sondern Tatsachen schaffen. Genau das macht die CDU. Nur vier Tage nach dem öffentlich erklärten Rücktrittstermin von Hans Lange präsentiert sie ihren Kandidaten für die Wahl im nächsten Jahr. Das zeugt von Selbstbewusstsein und steht der CDU gut zu Gesicht. Immerhin ist Lange CDU-Mann und hat 20 Jahre lang den Kreis geführt. Da ist es nur logisch, dass seine Partei einen eigenen Kandidaten kürt.

Dass es Andreas Giske ist, dürfte Insider nicht überraschen. Giske ist in Wittenberge und Umgebung bekannt. Er leitet nicht nur eine Schule, die landesweit einen hervorragenden Ruf genießt, sondern ist zugleich Präsident der erfolgreichen PHC-Handballer. Mit Schule und Sport im Rücken kann man bei Wählern Sympathien wecken. Da der Landrat erstmals direkt von den Bürgern gewählt wird, kann das von Vorteil sein.

Andreas Giske hat aber auch Schwächen. Er selbst räumt ein, über keine Verwaltungserfahrung und nur über begrenzte Erfahrung auf dem politischen Parkett zu verfügen. Fraglos kann ein Außenstehender mit seiner Sicht und seinen Erfahrungen Schwung in ein eingefahrenes System bringen. Aber dem nächsten Landrat kommt eine alles entscheidende Aufgabe zu: Er muss im Zuge der Gebietsreform um die künftige Struktur des Landkreises Prignitz kämpfen.

Persönliche Kontakte in die Landespolitik und zu Verbänden, das Wissen um Schwächen und Stärken einer Verwaltung, strategisches Taktieren auf offener Bühne und in Hinterzimmern – all das kann sich von unschätzbaren Wert erweisen. Der nächste Landrat wird keine Schonfrist haben. Andreas Giske muss die Wähler überzeugen, dass er auch dafür der richtige Mann ist.

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