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Der Prignitzer

22. August 2017 | 05:41 Uhr

Landkreis warnt vor Gifthärchen

vom

Prignitz | Der Eichenprozessionsspiner bleibt eine Gefahr in der Prignitz. Zwar gelang es der Oberförsterei Gadow durch eine sachgerechte Bekämpfung des Tieres die Situation in einigen Gebieten zu entspannen. "Das Aufkommen ist dort drastisch zurückgegangen", teilt der Landkreis mit. An anderen Orten wie zum Beispiel an der Schule in Lanz, wo nicht bekämpft wurde, sind die Tiere noch aktiv.

"Wir müssen im kommenden Jahr dringend etwas tun und den Schädling gemeinsam bekämpfen", sagte Harald Ziegeler, Ordnungsamtsleiter Lenzen Elbtalaue. Auch die Lanzer Schulleiterin Regina Bludovsky plädiert dafür. "Es wäre schön, wenn sich alle zusammen setzen würden, denn daran scheiterte es bislang", bedauert sie. Bereits in diesem Frühjahr fand ein Treffen statt, das alle an einen Tisch holen sollte. Auf diesem und auch schon im Vorjahr hatte Oberförster Holger Galonska eindringlich angemahnt, den Eichenprozessionsspinner flächen deckend zu bekämpfen.

Landkreis warnt: Raupen und Nester nicht berühren

Dort, wo nicht bekämpft wird, breitet sich die Raupe erneut aus. Holger Galonska spricht aktuell von einem "Auftreten der Raupen wie noch nie zuvor". Eltern und Ärzte würden bei ihm anrufen und nachfragen. "Der Schädling hat inzwischen Regionen erreicht, wo er vorher noch nie aufgetaucht war", so Galonska. Werde die Raupe wie bisher nur sporadisch bekämpft, befürchtet der Oberförster einen großflächigen Befall aller Eichenbestände in der Prignitz.

Der Landkreis warnt unterdessen vor den gesundheitlichen Gefahren. "Bekannte Befallsgebiete sollte man meiden sowie die Raupen und ihre Nester nicht berühren", heißt es in einer Mitteilung. Nach Kontakt mit den Härchen der Tiere empfiehlt die Amtsärztin Catrin Goltz sofort die Kleider zu wechseln und sich gründlich zu reinigen. Neben Forstarbeitern, Radtouristen, Anwohnern und Straßenmeistereien stuft der Landkreis auch spielende Kinder unter befallenen Eichen als besonders gefährdet ein. Ein Arzt sollte konsultiert und auf den Kontakt mit den Raupen hingewiesen werden, wenn "gesundheitliche Beschwerden auftreten", heißt es weiter.

Nesselgift löst zum Teil heftige Hautreaktionen aus

Schuld ist das Nesselgift in den Härchen ähnlich dem in Brennnesseln, informiert die Behörde. Es ist jedoch deutlich stärker und wirkt länger. Die giftigen Haare der Raupen brechen leicht ab und können mit dem Wind bis zu 100 Meter weit getragen werden.

Besonders tückisch: Im Unterholz sammeln sie sich. Das Gift behält seine Wirkung mitunter mehrere Jahre. "Das Nesselgift kann über Hautkontakt oder beim Einatmen verschiedene pseudo-allergische Symptome auslösen, die zum Teil sehr heftig ausfallen", heißt es in der kreislichen Mitteilung. Im vergangenen Jahr hatten beispielsweise Pilzsammler im Herbst über Beschwerden geklagt.

Umso wichtiger ist es, die Raupe, die sich in den kommenden Wochen einpuppen und zu einem Schmetterling entwickeln wird, im Vorfeld rechtzeitig und flächendeckend zu bekämpfen, so Galonska. Auch Privateigentümer müssten mit an einem Strang ziehen und sich beteiligen.

Im Mai wurden rund 66 Hektar Privatwald im Gebiet der Oberförsterei Gadow besprüht. Dabei wurde das Insektizid Dipel ES verwendet. Nach Angaben der Forstbehörde sei dieses Gift für andere Lebewesen und Pflanzen ungefährlich.

Der Landesbetrieb Straßenwesen setzte ebenfalls diesen Wirkstoff ein und besprühte zwei Streckenabschnitte entlang der B 195. Die Kreisstraßenmeisterei bekämpfte die Raupe im Bereich Rühstädt.

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erstellt am 15.Jun.2011 | 06:37 Uhr

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