Landkreis Prignitz : Landkreis braucht mehr Personal

Die Reduzierung auf 475 Personalstellen  schafft die Kreisverwaltung nicht. Eine politische Vorgabe zu den Personalkosten habe es nicht gegeben.
Die Reduzierung auf 475 Personalstellen schafft die Kreisverwaltung nicht. Eine politische Vorgabe zu den Personalkosten habe es nicht gegeben.

Stellenabbau kann nicht im geplanten Umfang erfolgen.

svz.de von
12. Februar 2019, 20:00 Uhr

Die Reduzierung der Personalstellen ist eine politische Forderung der Kreistagsabgeordneten an die Kreisverwaltung. Im Zuge einer finanziell schwierigen Situation hatte der Kreistag im Jahr 2011 die Verwaltung beauftragt zu versuchen, die Personalstellen bei einem gleichbleibenden Aufgabenspektrum auf 475 Vollzeitstellen bis Ende 2020 einzupendeln. Das wäre ein Rückgang um mehr als 50 Stellen Stellen. Dieses Ziel wird verfehlt.

Darüber informierte die Verwaltung Montagabend die Abgeordneten im Finanzausschuss. Protest und Empörung blieben aus. Die Verwaltung konnte für die Abgeordneten nachvollziehbar erklären, warum mehr Personal benötigt wird und das es trotzdem nachweisbar auch einen Stellenabbau gegeben hat.

Der erste Beigeordnete Christian Müller verweist auf abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen. Aufgaben wurden outgesourct, darunter der Babybegrüßungsdienst. „Arbeitsabläufe wurden optimiert, Stellen angepasst, Bereiche zusammengelegt“, sagt Müller. Wenn Stellen eingespart wurden, erfolgte dies sozialverträglich, betont er.

Dennoch werde mehr Personal als die anvisierten 475 Mitarbeiter benötigt. Hauptgrund seien neue und zusätzliche Aufgaben. Die waren weder planbar noch könne der Kreis direkten Einfluss darauf nehmen. Beispiel Schlachtbetrieb Quitzow: Die Fleischhygiene ist eine Pflichtaufgabe des Kreises. Werden mehr Tiere geschlachtet, müssen mehr Kontrollen stattfinden. Mit der Schließung von zwei großen Schlachtbetrieben im vergangenen Jahr, hätten sich die Kapazitäten in Quitzow spürbar erhöht. Die Verwaltung gehe von einer lang anhaltenden Situation aus. Auch das Thema Flüchtlinge hat Einfluss. Die Betreuung der Asylbewerber, die der minderjährigen Flüchtlinge, das Wohnungsmanagement erfordere einen erhöhten Personalaufwand. Noch ein drittes Beispiel führte die Verwaltung an: Die Fallzahlen beim Unterhaltsvorschuss steigen stetig, Tendenz anhaltend.

Zusätzliche Anforderungen beim Datenschutz und der IT-Sicherheit erfordern mehr Personal genau wie der Bereich Verkehrsordnungswidrigkeiten. Der Landkreis hat eine Software eingekauft, mit der auch ausländische Fahrzeugführer bei Verstößen belangt werden können. Bisher sei das nicht möglich gewesen. Kalkulationen hätten jedoch ergeben, dass sich sowohl die neue Software als auch der personelle Mehraufwand finanziell für den Kreis rechnen würden.

Rechnerisch hätte der Kreis die Zahl von 450 Stellen erreicht und damit die Zielstellung erfüllt, erklärt Müller. Durch quantitativ und qualitativ gestiegenen Aufgaben mussten jedoch 44 neue Stellen geschaffen werden. Aus jetziger Sicht werde die Kernverwaltung Ende 2020 dann 493 Stellen benötigen. „Eine politische Vorgabe von Personalkosten für 2020 gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht“, sagt Müller. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sei das allein aus tariflichen Gründen nicht realistisch.

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