Kirchliche Baubestimmungen : Landeskirchliche Regeln hemmen

von 27. Juli 2020, 22:00 Uhr

svz+ Logo
Ortsvorsteher Diethard Schulz wartet auf die letzten Entscheidungen der Landeskirche. Er möchte bald das neue Dorfgemeinschaftshaus aufschließen können.
Ortsvorsteher Diethard Schulz wartet auf die letzten Entscheidungen der Landeskirche. Er möchte bald das neue Dorfgemeinschaftshaus aufschließen können.

Für das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Sükow ist der Bauantrag gestellt / Entscheidungen der Landeskirche stehen noch aus

In Sükow soll der einstige Kindergarten zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. Alle haben vor Ort ihre Hausaufgaben gemacht: Die Planung steht, der Bauantrag ist eingereicht, mit der Kirchengemeinde war man sich über den Verkauf einig, der Gemeindekirchenrat fasste dazu alle notwendigen Beschlüsse. Ebenso die Perleberger Stadtverordnetenversammlung. In einer letzten Runde mit allen Beteiligten vor Ort bei der Bürgermeisterin sei Konsens erreicht worden, so Pfarrer Peter Radziwill. Jetzt könnte der Bauantrag eingereicht werden. Könnte, denn die Landeskirche, die den ganzen Vorgang noch absegnen muss, drückt auf die Bremse. Landeskirche hat noch VorbehalteNoch ist der notwendige Verkauf nicht abgewickelt worden. Manuela Schneider, Pressesprecherin der Landeskirche teilt auf Anfrage mit: „Wir stehen seit März zu den noch zu klärenden Fragen in einem regen Austausch mit der Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis. Beide werden von uns in dem gemeinsamen Ziel, das Gebäude zu vermarkten, unterstützt, um die für einen Verkauf erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen und eine Genehmigung erteilen zu können.“ Dazu habe es eine Videokonferenz und am 26. Mai einen Vor-Ort-Besuch gegeben. Doch bis jetzt habe die Kirchengemeinde diese Voraussetzungen noch nicht herbeigeführt. Superintendentin Eva-Maria Menard bringt Licht in das Dunkel. „Es steht nicht in Frage, dass wir alle dieses Projekt wollen. Aber innerhalb der Landeskirche gibt es Gesetze, gibt es Regeln, die gerade bei Immobiliengeschäften zu beachten sind.“ Sie erinnert an die 1990er Jahre, in denen die Kirchengemeinden viele Immobilien und Ländereien veräußert haben, die nicht immer ihrem Wert entsprochen hätten. Deshalb gilt inzwischen die Regel, dass die Kirche nicht verkauft, sondern nur in Erbpacht abgibt. Für Sükow würde es bedeuten, dass das Projekt nicht realisiert werden kann. Doch diese Hürde sei übersprungen, so Menard. Inzwischen sei auch das geforderte Gutachten da, welches letztlich für die Verkaufsverhandlungen notwendig sei. Innerkirchliche Nutzung geht vorBleibt eine letzte Kirchenregel, die für das Vorhaben Dorfgemeinschaftshaus auch nicht funktionieren kann. „Es geht einfach darum, verantwortungsbewusster mit unseren Immobilien umzugehen“, sagt die Superintendentin im Gespräch mit dem „Prignitzer“. „Viele soziale Träger kommen nicht zum Zuge. Deshalb hat die Landessynode einst beschlossen, zu prüfen, in wie weit nicht ein innerkirchliche Nutzung beziehungsweise eine Nutzung durch einen sozialen Träger möglich ist.“ Dazu schreibe sie eine entsprechende Stellungnahme des Kirchenkreises. Ortsvorsteher Diethard Schulz hofft nun, dass spätestens nach der Sommerpause die Stellungnahme der Landeskirche im Rathaus vorliegt. „Wir brauchen das Signal, dass wir fortfahren können, um das Dorfgemeinschaftshaus umzusetzen“, sagt er. Seit 2015 widme man sich im Dorf intensiv diesem Thema. „Jetzt ist der Punkt erreicht, wo wir auf die Weiterbearbeitung des Bauantrages warten. Jedoch fehlt hierzu die Zusage der Landeskirche. Wenn das alles geklärt ist, können wir und nach Fördermöglichkeiten sehen und die notwendigen Förderanträge stellen.“...

Schließen Sie jetzt den kostenfreien Probemonat ab (anschließend 7,90 €/Monat), um diesen Artikel zu lesen. Alle weiteren Inhalte auf unserer Webseite und in unserer App stehen Ihnen dann ebenfalls zur Verfügung.

Monatlich kündbar

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Hier anmelden »

Oder kostenlos bis zu drei Artikel in 30 Tagen lesen

Registrieren »
zur Startseite