Land würdigt Brigitte Klebers Arbeit

<strong>Brigitte Kleber</strong> erlebt den Dank des Landes Brandenburg für ihr zwölfjähriges Engagement in der Selbsthilfegruppe 'Frauen nach Krebs'.<foto>Bolko Bouché</foto>
Brigitte Kleber erlebt den Dank des Landes Brandenburg für ihr zwölfjähriges Engagement in der Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs".Bolko Bouché

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24. März 2013, 06:27 Uhr

Wittenberge | Am Sonnabend wurde Brigitte Kleber aus Wittenberge als "Ehrenamtlerin des Landes Brandenburg" ausgezeichnet. Es ist ein Dankeschön für zwölf Jahre an der Spitze der Selbsthilfegruppe "Frauen nach Krebs". Brigitte Kleber nahm die Ehrung auf dem Patiententag der Brandenburgischen Krebsgesellschaft in Potsdam aus den Händen der Landes-Gesundheitsministerin Anita Tack entgegen.

Brigitte Kleber freute sich, an der Veranstaltung, die bereits zum dritten Mal stattfand und zu der über 250 Gäste angemeldet waren, teilzunehmen. Geboten wurden Fachvorträge und als Schlusspunkt ein Programm für die Seele: "Lachen ist die beste Medizin". Fast alle Besucher sind Krebs-Patienten oder deren Angehörige. Sie verbindet, dass sie sich nicht von ihrer Krankheit unterkriegen lassen. Viele sind, wie Brigitte Kleber, Mitglied in einer Selbsthilfegruppe. Dort holen sie sich Rat und unterstützen andere. Mehr als 17 solcher Gruppen gibt es im Land Brandenburg unter dem Dach der Brandenburgischen Krebsgesellschaft.

Bereits 1997 stieß die Wittenbergerin zu ihrer Gruppe. Sie hatte Brustkrebs, und nach der Operation sagte der Arzt zu ihr: "Das Wichtigste ist, dass Sie sich nicht selbst aufgeben." Das hat Brigitte Kleber getan. "Ich war überrascht, wie herzlich ich von der Gruppe aufgenommen wurde." 19 Mitglieder gehören ihr an, und bei einigen monatlichen Veranstaltungen sind auch die Ehepartner mit dabei. Geboten werden Vorträge zu allgemeinen Gesundheitsthemen ebenso wie gemeinsame Ausflüge oder Kulturveranstaltungen. Die Mitglieder bilden Fahrgemeinschaften, besuchen einander, gratulieren den anderen zum Geburtstag. Und sie nehmen traurig Abschied, wenn ein Gruppenmitglied von ihnen gehen musste. Das kommt natürlich von Zeit zu Zeit vor.

Die Wittenberger pflegen den Kontakt zu anderen Selbsthilfegruppen in Stendal und Perleberg, laden einander ein. Mitglieder besuchen Vorträge zu speziellen onkologischen Themen und fahren dafür auch große Strecken. Vor ihrer Gruppe zu Hause berichten sie darüber. Wann und wo diese Veranstaltungen stattfinden, recherchiert Brigitte Kleber im Internet. "Das habe ich bei dieser Gelegenheit gelernt", erzählt die Rentnerin mit Stolz. Es ist viel zu tun, damit das Gruppenleben attraktiv ist. Und alles muss ehrenamtlich geleistet werden. "Zum Glück haben immer viele aktiv mitgeholfen, sonst würde es nicht gehen", betont die ehemalige Medizinisch-technische Assistentin.

"Ich schätze an meiner Frau, dass sie positiv denkt und sich das auf andere Menschen überträgt", sagt Manfred Kleber. Er unterstützt die Mitglieder der Gruppe mit seinem Fachwissen als Berater der staatlichen Rentenversicherung. Das ist dann wichtig, wenn es um Kuren oder Berufsunfähigkeitsrenten geht. Außerdem ist er bei den Ausflügen als ehrenamtlicher Chauffeur mit dem PKW im Einsatz. Die Familie sei die wichtigste Stütze für einen Krebspatienten, meint Brigitte Kleber. "Als ich meine Diagnose erfuhr, dachte ich anfangs, alles ist zu Ende." Damals waren die Enkel noch klein und sie wollte sie noch einige Zeit begleiten. Es ist eine lange Zeit geworden. Brigitte Kleber freut sich über jedes gewonnen Jahr. Inzwischen ist sie 76 Jahre alt und hat beschlossen, etwas kürzer zu treten. Mit Ruth Behrens gibt es eine neue Leiterin der Selbsthilfegruppe, Brigitte Kleber ist seit Jahresbeginn Stellvertreterin und wird auch weiterhin viel zu tun haben.

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