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Der Prignitzer

21. September 2017 | 05:02 Uhr

Land stiftet Flut-Medaille

vom

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2013 | 08:36 Uhr

Potsdam | Das Land Brandenburg will den ehrenamtlichen Helfern, die in den letzten Wochen die Deiche an Elbe, Spree, Neiße und Schwarzer Elster sicherten, mit einer "Hochwasser-Medaille" danken. Das kündigte Innenminister Dietmar Woidke gestern an.

Eine entsprechende Auszeichnung hatte es bereits nach den Flutkatastrophen der Jahre 1997 und 2002 gegeben. "Im Großen und Ganzen haben wir die Herausforderungen sehr gut überstandent", bilanzierte der SPD-Politiker. Vor allem die Investitionen in den Katastrophenschutz hätten sich ausgezahlt. "Wenn Sie merken, dass an einem Samstag nachts um halb zwei Material, Fachleute und Einsatzkräfte in ausreichender Menge an der richtigen Stelle sind, dann spüren Sie, dass man die Katastrophe bewältigen kann."

Schon in der Vergangenheit habe das Land an den richtigen Stellen interveniert - der Rühstädter Bogen oder der "Böse Ort" bei Lenzen seien in diesem Jahr keine Gefahrenstellen mehr gewesen. Allein am 11. Juni seien dennoch rund 4000 Menschen zum Schutz der Deiche im Einsatz gewesen.

Umweltministerin Anita Tack kündigte an, dass der Bau des Deiches im Prignitzdorf Breese, wo erneut eine Reihe von Häusern den Fluten zum Opfer fiel, voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 beginnen werde. Dort würden derzeit Eigentumsfragen geklärt. Mit Hochdruck vorangetrieben würden auch die Bauarbeiten zur Schaffung von 240 Hektar Überflutungsfläche in der Nähe von Mühlberg (Elbe). "Wir kommen Schritt für Schritt dahin, den Flüssen mehr Raum zu geben." Insgesamt seien rund 55 Millionen Euro für den Hochwasserschutz im Landeshaushalt vorgesehen. "Wir sind sehr glimpflich davongekommen", so Tack. "Wir hatten nur drei Deichbrüche an der Neiße und der Schwarzen Elster." Alle hätten im Vergleich zur Situation etwa in Sachsen oder Sachsen-Anhalt keine großen Schäden verursacht.

Wirtschftsminister Ralf Christoffers (Linke) hob hervor, dass für von der Flut betroffene Unternehmen aus Brandenburg nun ein Etat von 2 Millionen Euro zur Verfügung stehe. Pro Schadensfall könnten bis zu 100 000 Euro ausgezahlt werden. "Wir können schon in dieser Woche mit den Regulierungsmaßnahmen anfangen", kündigte Christoffers an.

Als Soforthilfe konnten von der Flut betroffene Brandenburger bereits seit Freitag 2000 Euro für eine Privatperson und 5000 Euro für einen Gewerbebetrieb beantragen.

Brandenburgs Opposition mahnte indes eine "schonungslose Fehleranalyse" nach dem Hochwasser an. "Die Deiche entlang der Schwarzen Elster müssen grundhaft erneuert werden", so der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Dieter Dombrowski.

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